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Hohe Strompreise: Bahnfahren wird wieder teurer13.10.2011, 17:19 Uhr
Hohe Lohnkosten und gestiegene Strompreise sind die Hauptgründe, die von der Deutschen Bahn für ihre erneute Fahrpreiserhöhung angeführt werden. Während im Fernverkehr die Tickets um durchschnittlich 3,9 Prozent teurer werden, steigen die Preise im Nahverkehr um rund 2,7 Prozent im Durchschnitt. Dies teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag mit. Die Fahrpreiserhöhung wird zum Beginn des Winterfahrplans am 11. Dezember in Kraft treten. Vor allem die höheren Energiekosten sind dem Konzern zufolge für die Anhebung verantwortlich.
Strompreise belasten Bahn
Keinen Einfluss hat die Deutsche Bahn auf die Preise für die Fahrkarten der privaten Verkehrsverbünde, die von rund 80 Prozent der Bahnkunden genutzt werden. Wie der Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg betonte, lägen die Preiserhöhungen aber unter denen der Regionalbetriebe. Besonders ärgerlich finden die Fahrgäste die angekündigte Verteuerung bei Reservierungen für Sitzplätze. Die Kosten dafür steigen auf vier Euro, unabhängig davon, ob man im Internet, am Automaten oder im Reisezentrum bucht. Bisher konnte man für 2,50 Euro einen Sitzplatz reservieren, wenn man am Automaten oder im Internet gebucht hat. Die Begründung der Bahn, die Tickets wegen der gestiegenen Strompreise zu verteuern, leuchtet zunächst ein. Das Unternehmen gilt als der größte Stromverbraucher in ganz Deutschland und bezog einen Großteil des Stroms bisher auch aus Atomkraftwerken. Nach dem Beschluss zum Atomausstieg gab es bereits Bedenken, dass der Strombedarf der Züge künftig nicht mehr ohne Probleme zu decken sein werde.
Rekordergebnis trotz hoher Stromkosten
Dem Argument der gestiegenen Lohnkosten und der Strompreise steht das Halbjahresergebnis der Deutschen Bahn gegenüber. Wie der Konzern ebenfalls mitteilte, hat das Unternehmen zwischen Januar und Ende Juni noch nie mehr Geld eingenommen als im Jahr 2011. Der Umsatz lag mit 18,9 Milliarden Euro um rund 17,2 Prozent höher als im Vorjahr. Auch nach Steuern kann die Bahn einen satten Gewnnsprung verzeichnen. Der Überschuss erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65,3 Prozent auf 648 Millionen Euro. Die Zahl der Fahrgäste stieg ebenfalls um 1,9 Prozent. Ob die Strompreise angesichts dieser Zahlen tatsächlich die höheren Fahrpreise erklären, ist nach Ansicht vieler Bahnnutzer zu bezweifeln.