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Strompreis: Grüne kritisieren Öko-Rabatt für Industrie

Strompreis: Grüne kritisieren Öko-Rabatt für Industrie13.10.2011, 18:22 Uhr

  Um die Wirtschaft von den Belastungen durch hohe Strompreise zu befreien, sollen ab 2013 Unternehmen mit hohem Stromverbrauch größtenteils von der EEG-Umlage befreit werden. Damit soll der Wettbewerbsnachteil ausgeglichen werden, der durch die Ökostrom-Abgabe gegenüber ausländischen Unternehmen besteht. Die Grünen haben Bedenken gegen diese Ausnahmeregelung, weil die Kosten ihrer Ansicht nach nicht gerecht verteilt werden. Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn forderte in einem Gespräch mit der dpa, dass die Ausnahmen für die energieintensive Industrie eng begrenzt werden müssten, damit nicht nur die privaten Verbraucher die Zeche zahlten.
 

10 Prozent der Strompreise entfallen auf EEG-Umlage

Die EEG-Umlage fördert die Erzeugung von Ökostrom aus regenerativen Quellen. Dazu zählen neben Sonnen- und Windenergie auch Wasserkraft und Biomassse. Finanziert wird die Förderung über die Stromrechnung, denn sie wird auf alle Verbraucher umgelegt und macht rund zehn Prozent des gesamten Strompreises aus. Dies gilt auch für gewerbliche Stromkonsumenten, weswegen sich viele Industriebetriebe mit hohem Strombedarf durch die Kosten der EEG-Umlage im internationalen Wettbewerb benachteiligt sehen und daher die Ausnahmeregelung von der Politik fordern. Die Kritiker einer solchen Lösung rechnen allerdings anders. Zwar verursache die EEG-Umlage in der Tat erhebliche Kosten, gibt sogar Bärbel Höhn zu, jedoch müsse man dabei berücksichtigen, dass es auch viele Vorteile gebe, die der Förderung von Ökostrom zu verdanken seien.
 

EEG-Umlage hat auch Vorteile

Höhn nannte beispielsweise die steigende Anzahl von Arbeitsplätzen, die durch den Boom bei den erneuerbaren Energien in verschiedenen Branchen geschaffen werden. Außerdem übten speziell die Stromerzeugung aus Windkraftwerken und Solarenergie einen Wettbewerbsdruck an der Strombörse aus, weil sie die Strompreise durch das steigende Angebot drücken könnten, so Höhn. Unter dem Strich werde der Verbraucher also für die hohe EEG-Umlage an anderer Stelle finanziell entlastet. Andere Befürworter der EEG-Umlage geben zu Bedenken, dass die externen Kosten für fossile Energieträger gar nicht auf die Strompreise umgelegt werden. Wäre das der Fall, müsste die Stromrechnung ihrer Ansicht nach deutlich höher ausfallen.



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