Bis zu 600 Euro sparen!
Jetzt Stromanbieter vergleichen.
Völlig kostenlos und unverbindlich!
Strompreisrechner
Mit einem Strompreisvergleich bares Geld sparen
Stromanbieter will Kohlekraftwerk in Brunsbüttel bauen14.10.2011, 18:05 Uhr
Der Name Brunsbüttel war bisher immer nur im Zusammenhang mit dem dortigen Atomkraftwerk zu hören gewesen. Doch nun möchte der Tübinger Stromanbieter Südweststrom ein neues Steinkohlekraftwerk am Standort Brunsbüttel errichten. Finanziert werden soll das Projekt offenbar durch die Beteiligung von 70 kommunalen Energieanbietern in Deutschland. Weitere Unterstützung soll von Unternehmen aus der Schweiz und Österreich kommen, wie die Umweltorganisation Greenpeace mitteilte. Die Umweltschützer haben dann auch die größten Bedenken gegen ein neues Kohlekraftwerk dieser Größenordnung. Sie befürchten neben einer erheblichen Zunahme beim CO2-Ausstoß auch Behinderungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in der Region.
Greenpeace kritisiert Stromanbieter für Vorhaben
Greenpeace hat errechnet, dass das vom Stromanbieter geplante Kohlekraftwerk pro Jahr rund 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen werde. Dies entspreche pro erzeugter Kilowattstunde Strom in etwa dem doppelten Wert, den beispielsweise vergleichbare Gaskraftwerke erzeugen. Zudem sei Kohle der klimaschädlichste Energieträger überhaupt, so die Organisation weiter. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken ließe sich ein Kohlekraftwerk auch wesentlich schlechter in der Leistung regulieren, gab Greenpeace zu bedenken. Der Bau eines solchen Steinkohlekraftwerks in Brunsbüttel behindere den Ausbau weiterer Sonnen- und Windkraftanlagen und sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Um die Stromschwankungen bei den witterungsabhängigen erneuerbaren Energien auszugleichen, seien moderne Gaskraftwerke wesentlich besser geeignet.
Stromanbieter orientieren sich nach Atomausstieg neu
Nach dem Atomausstieg sind die erneuerbaren Energien noch nicht in der Lage, die fehlenden Strommengen komplett zu kompensieren. Besonders bei schwierigen Witterungslagen im Winter könnte die Stromerzeugung durch Sonne und Wind derart zurückgehen, dass durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Versorgungslücken entstehen. Um dies zu verhindern, wird beispielsweise das Großkraftwerk Mannheim als Kaltreserve bereitgehalten, das bei Bedarf zusätzliche Kapazitäten liefern soll. Viele Stromanbieter denken daher über eine Beteiligung beim Bau neuer konventioneller Kraftwerke nach. Obwohl Gaskraftwerke hierbei von den Experten bevorzugt werden, wird der teure Neubau solcher Kraftwerke von vielen Energiekonzernen gescheut. Sie befürchten, dass sich die Neuinvestitionen nicht schnell genug amortisieren und später einfach verloren gehen, wenn der Ausbau des Ökostroms weit genug fortgeschritten ist, um auf diese zusätzlichen konventionellen Kapazitäten verzichten zu können.