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Norwegischer Stromanbieter will deutschen Ökostrom speichern17.10.2011, 15:37 Uhr
Ende September gab es Berichte darüber, dass die norwegische Regierung nichts von dem Vorschlag wissen möchte, deutschen Ökostrom in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken zu speichern. Daher überrascht die Meldung, dass der norwegische Stromanbieter Stratkraft nun doch Kapazitäten für die Stromspeicherung aus deutscher Ökostrom-Produktion zur Verfügung stellen möchte. Dies berichtet das Magazin „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf ein Vorstandsmitglied des norwegischen Energieversorgers, Steinar Bysveen.
Stromanbieter kann 20 Gigawatt Ökostrom speichern
Demnach schlägt der norwegische Stromanbieter vor, überschüssigen Ökostrom aus Deutschland in Norwegens Stauseen zwischenzuspeichern. Schließlich werde Deutschland künftig mit Windkraftanlagen oder Solaranlagen oft mehr Strom herstellen, als zum Produktionszeitpunkt verbraucht werden könne, so das Vorstandsmitglied von Stratkraft. Der Bedarf Deutschlands für Speicherkapazitäten liege bis zum Jahr 2020 bei geschätzten sieben Gigawatt, was etwa der doppelten Menge von heute entspreche, so Bysveen weiter. Diese Menge sei schon heute kein Problem für den norwegischen Stromanbieter, denn Stratkraft könne bereits aktuell bis zu 20 Gigawatt Strom in Stauseen speichern. Dies sollte für den Bedarf der nächsten Dekaden ausreichen.
Stromleitungen zwischen Norwegen und Deutschland fehlen noch
Bei der Speicherung von Ökostrom denkt der Stromanbieter in erster Linie an die Nutzung von Pumpspeicherkraftwerken in Stauseen. Dabei wird überschüssiger Ökostrom dazu benutzt, Wasser in ein höher gelegenes Reservoir zu pumpen. Steigt der Strombedarf, kann dann dieses Wasser dazu benutzt werden, in Wasserkraftwerken wieder Strom zu erzeugen, der dann für den Verbraucher zur Verfügung steht. Norwegen verfügt über zahlreiche Stauseen und entsprechende Kapazitäten. Der Stromanbieter Stratkraft sieht lediglich Probleme bei der Durchleitung des Ökostroms von Deutschland nach Norwegen. Dieser soll über neue Stromautobahnen in der Nordsee geleitet werden, die allerdings noch gebaut werden müssen. Bei einem der wichtigen Projekte sind momentan fast alle Investoren abgesprungen. Doch diese Probleme können Bysveen zufolge nur vom zuständigen Netzbetreiber Statnett gelöst werden.