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Strompreise: Experten erwarten Steigerung um 4 Prozent19.10.2011, 14:10 Uhr
Verschiedene Faktoren werden dafür sorgen, dass zu Beginn des neuen Jahres eine weitere Preiserhöhungswelle auf die Verbraucher zukommt. Die Experten des Verbraucherportals Verivox.de haben errechnet, dass die Strompreise für private Haushalte voraussichtlich um etwa 4 Prozent steigen werden. In harter Währung ausgedrückt macht dies für eine Durchschnittsfamilie mit einem angenommenen Verbrauch von 4.000 kWh etwa eine Mehrbelastung von rund 35 Euro (brutto) im Jahr aus.
Strompreise an der Großhandelsbörse zeigen nach oben
Insgesamt sind die Großhandelspreise nach den vorliegenden Berechnungen der Energieexperten um rund drei Euro je Megawattstunde angestiegen. Wenn die Stromanbieter diese Preissteigerung direkt an die Kunden weitergeben, ergibt das bereits eine Strompreiserhöhung von etwa 1,5 Prozent, was einer finanziellen Mehrbelastung von rund 15 Euro entsprechen würde. Allerdings scheinen sich die Auswirkungen des Atomausstiegs bislang weit weniger deutlich bei den Großhandelspreisen für Strom bemerkbar zu machen, als dies von den großen Energiekonzernen prophezeit wurde. Doch nicht nur die Strombörse entscheidet über die Höhe der Stromrechnung. Erst vergangene Woche wurde erneut eine – allerdings leichte – Anhebung der EEG-Umlage durch die Netzbetreiber verkündet. Zuzüglich der Mehrwertsteuer wird dies den Verbraucher weitere drei Euro pro Jahr kosten.
EEG-Umlage und Netznutzungsgebühr steigen erneut
Die EEG-Umlage war im vergangenen Jahr drastisch erhöht worden, weswegen zumindest die Bundesregierung eigentlich nicht mit einer erneuten Anhebung der Ökostrom-Abgabe gerechnet hatte. Trotz der nur moderaten Steigerung in diesem Jahr ist der Aufwärtstrend also nach wie vor ungebremst. Nicht zuletzt spielen die Netznutzungsentgelte eine erhebliche Rolle bei der Bildung der Strompreise. Die Netzgebühren sollen den Netzbetreibern zufolge um durchschnittlich 6,5 Prozent steigen, wenngleich noch nicht klar ist, wie sich die Preispolitik der einzelnen Stromanbieter hier auf den Endkunden auswirkt. Bei einer Weitergabe der Netzgebühren in voller Höhe würden jedenfalls weitere 17 Euro jährlich auf der Stromrechnung anfallen, so die Verivox-Experten. Insgesamt erwarten sie, dass die Strompreise der meisten Stromanbieter zum Jahreswechsel um etwa vier Prozent steigen werden. Den Verbrauchern bleibt, die Tarife sorgfältig mit einem Stromrechner zu vergleichen und den Energieversorger bei einer Strompreiserhöhung zu wechseln.