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Stromanbieter Vattenfall stellt Bedingungen für neue Kohlekraftwerke19.10.2011, 17:35 Uhr
Nach dem Scheitern des Gesetzes zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid hat der Stromanbieter Vattenfall klare Forderungen gestellt. Ohne ein entsprechendes Gesetz, das die CO2-Speicherung regelt, will der schwedische Energiekonzern keine weiteren Kohlekraftwerke mehr in Deutschland errichten – weder für Steinkohle noch für Braunkohle. Dies sagte der Chef des Konzerns, Tuomo Hatakka, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Strategie von Vattenfall sei klar: Ohne CCS werden keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut. Außerdem gab Hatakka erneut seiner Erwartung Ausdruck, dass der Stromanbieter eine finanzielle Kompensation für die Kosten des Atomausstiegs erwartet.
Stromanbieter erwartet höhere Strompreise
Schon vor einigen Wochen hatte sich der Vattenfall-Chef hinsichtlich der Kosten des Atomausstiegs geäußert. Erneut betonte er in dem dpa-Interview vom Mittwoch, dass der Stromanbieter den Beschluss der Bundesregierung zur Abschaltung der Atomkraftwerke respektiere. Allerdings erwarte man eine adäquate Kompensation. Notfalls könne dies auch bedeuten, die juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen, so Hatakka. Auch Stellenstreichungen, die über die bisher geplanten Entlassungen hinausgehen, wollte er nicht mehr ausschließen. Insgesamt prognostiziert er für die Verbraucher steigende Strompreise durch den Atomausstieg. Bis zu 30 Prozent Mehrkosten bis 2020 hält Hatakka demnach für realistisch.
CO2-Abscheidung nur mit stabilen Rahmenbedingungen
Hinsichtlich des Gesetzes über das CCS-Verfahren zur Speicherung von CO2 zeigte sich der Vattenfall-Chef aber noch vorsichtig optimistisch. Da die Bundesregierung den Vermittlungsausschuss angerufen habe, sei eine Einigung mit dem Bundesrat noch möglich. Das Gesetz könnte also noch in einer verbesserten Form kommen, meinte Hatakka weiter. Ohne das Gesetz sehe er aber die Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro gefährdet, die der Stromanbieter bisher in das Pilotprojekt zur CO2-Abscheidung in Brandenburg gesteckt habe. Das Projekt werde man nur weiterführen, wenn es stabile Rahmenbedingungen gebe. Diese hält der Vattenfall-Chef aber derzeit für nicht gegeben. Bei dem CCS-Verfahren wird das in Kohlekraftwerken bei der Verbrennung erzeugte Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre entlassen, sondern unter hohem Druck in unterirdischen Kammern gespeichert. Kritiker halten diese Technologie für nicht ausgereift und risikobehaftet, während die Befürworter in CCS ein sinnvolles Verfahren für den Klimaschutz sehen.