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Mainova und Stadtwerke wollen große Stromanbieter angreifen20.10.2011, 14:14 Uhr
Mit dem Zusammenschluss von acht Stadtwerken wollen die kommunalen Energieversorger um Mainova den großen Energiekonzernen künftig Paroli bieten. Mit Investitionen in Milliardenhöhe wollen sie Marktanteile übernehmen, die für die großen Stromanbieter eigentlich als sichere Bank galten. Nach Angaben des Koordinators des Stadtwerkeverbunds 8KU, Thomas Prauße, will der Verband in den kommenden zehn Jahren die Summe von zehn Milliarden Euro in den Bau neuer Kraftwerke und Infrastruktur investieren. Damit soll bis 2020 eine Erzeugungskapazität von 10 Gigawatt entstehen, wie Prauße gegenüber der „Financial Times Deutschland“ erklärte.
Kommunale Stromanbieter wollen zehn Milliarden investieren
Demnach seien die Projekte bereits fix und fertig ausgearbeitet und warten nur noch auf die Umsetzung. Es hapere allerdings noch an der notwendigen Planungssicherheit, so Prauße. Beteiligt an dem kommunalen Vorhaben seien neben Mainova in Frankfurt unter anderem auch die HSE in Darmstadt, sowie weitere Stadtwerke aus Hannover, Mannheim und Köln. Der Anteil der kommunalen Stromanbieter an der Gesamtstromerzeugung beträgt derzeit etwa 9,8 Prozent. Sie verfügen über eine installierte Leistung von momentan 15,2 Gigawatt.
Große Stromanbieter werden langfristig Anteile verlieren
Die Kapazitäten zur Stromerzeugung mit eigenen Kraftwerken soll nach dem Willen der Stadtwerke im Zuge der Energiewende bis zum Jahr 2020 in etwa verdoppelt werden. Fachleute halten dies durchaus für ein erreichbares Ziel. Überhaupt scheint eine zunehmende Dezentralisierung bei der Stromerzeugung in Zukunft eine größere Rolle zu spielen. Nach Berechnungen von renommierten Experten sei es daher möglich, dass kommunale Stromanbieter mit zunehmendem Ausbau ihrer dezentralen Kapazitäten bei Kraftwerken in der Lage sein werden, den vier großen Energiekonzernen E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW erhebliche Marktanteile abzunehmen. Hatten diese Energieriesen bislang einen Anteil von 85 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland, könnte dieser Wert langfristig auf 60 Prozent reduziert werden, so die Prognosen.