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Oettinger: Kein Atomausstieg für ganz Europa in Sicht

Oettinger: Kein Atomausstieg für ganz Europa in Sicht20.10.2011, 17:06 Uhr

  Während man in Deutschland Ernst macht mit dem Atomausstieg und innerhalb der nächsten zehn Jahre auch den letzten Reaktor abschalten möchte, bleibt Europa als Ganzes noch eine gute Weile auf die Nutzung von Atomkraftwerken angewiesen. Obwohl auch europaweit der Anteil der erneuerbaren Energien stark erhöht werden soll, erwartet EU-Energiekommissar Günther Oettinger laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“, dass noch im Jahr 2050 der Anteil des Atomstroms bei der Stromerzeugung nur unwesentlich auf dann 18 Prozent zurückgegangen sein wird.
 

EU-Kommission arbeitet Energie-Fahrplan aus

Die Zeitung zitiert damit Oettingers Stellungnahme für einen Entwurf der EU-Kommission für für den „Energie-Fahrplan 2050“. Offiziell soll das Papier erst Mitte kommenden Monats von Günther Oettinger vorgestellt werden. Es dient dem Bericht zufolge als „Projektionsgrundlage für künftige Gesetzesvorgaben“. Der Hauptgrund für das weiterhin zu erwartende hohe Niveau der Atomenergie in Europa hat allerdings weniger mit dem mangelnden Ausbau der Erneuerbaren Energien zu tun; dieser soll bis 2050 auf 55 Prozent steigen, beträgt heute aber gerade einmal zehn Prozent. Vielmehr ist man laut Oettinger aus Gründen der Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf absehbare Zeit auf die Atomkraftwerke angewiesen.
 

Fehlende Gesetzgebung zu CCS maßgeblich beteiligt

Die Mitarbeiter der EU-Kommission sind der Meinung, dass sich in dieser Tatsache die Verzögerungen bei der Entwicklung von Verfahren zur Speicherung von Kohlendioxid (auch als CCS-Technologie bekannt) bemerkbar machen. Bei dieser Abscheidung von CO2 wird das bei der Verbrennung in Kohlekraftwerken anfallende Treibhausgas nicht in die Atmosphäre geblasen, sondern unter hohen Druck in unterirdischen Kavernen gespeichert. Die EU hatte bereits im Jahr 2009 eine entsprechende Richtlinie erlassen, welche die Mitgliedsländer zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes aufgefordert hat. In Deutschland ist das besagte Gesetz im September vom Bundesrat gekippt worden, ganz zu Schweigen von anderen EU-Ländern, wo eine CCS-Gesetzgebung noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Unter diesen Voraussetzungen ist nach Ansicht von Energiekommissar Oettinger nicht mit einem generellen Absinken des Atomstrom-Anteils in ganz Europa zu rechnen.



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