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Britischer Stromanbieter schaltet ältestes Atomkraftwerk ab24.10.2011, 09:24 Uhr
Mit 45 Jahren gilt die Anlage im britischen Oldbury als das älteste derzeit im Betrieb befindliche, zivil genutzte Atomkraftwerk der Welt. Der Betreiber der Anlage, der Stromanbieter Magnox, teilte am Freitag mit, dass der Reaktor Nummer Eins in Oldbury ab Februar kommenden Jahres endgültig stillgelegt werden soll. Zur Begründung hieß es, dass der künftige Weiterbetrieb durch den immens hohen Wartungsaufwand der gesamten Anlage nicht mehr wirtschaftlich sei. Rein sicherheitstechnisch sei gegen einen Weiterbetrieb allerdings nichts einzuwenden, so der Stromanbieter weiter. Schon im Juni war Reaktor Nummer Zwei des Atomkraftwerks vom Netz gegangen.
Deutsche Stromanbieter an Bau von AKW in England interessiert
Der 225-Megawatt-Reaktor in Gloucestershire (Westengland) hatte eigentlich eine Genehmigung, noch bis Ende 2012 am Netz zu bleiben. Daher kam die Ankündigung des Betreibers Magnox doch für viele Beobachter überraschend. Großbritannien betreibt nach Frankreich die meisten Atomkraftwerke in der Europäischen Union. Beide Länder halten vom der Politik eines Atomausstiegs nach dem Vorbild Deutschlands wenig. Vielleicht auch deswegen ist ein Joint-Venture aus den beiden deutschen Energiekonzernen RWE und E.ON daran interessiert, auf den britischen Inseln bis zum Jahr 2025 neue Atomkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 6000 Megawatt zu errichten.
Großbritannien braucht schon bald neue Kraftwerke
Zu diesem Zweck haben die deutschen Stromanbieter englischen Medienberichten zufolge den Standort des ältesten britischen Atomkraftwerks Oldbury gekauft. Ebenfalls soll der Standort eines weiteren britischen AKW in Wylfa (Wales) von den beiden Energiekonzernen erworben worden sein. Noch im Sommer hatte es in deutschen Medien geheißen, dass die Unternehmen nach dem Atomausstieg in Deutschland auch auf die Neubauten in Großbritannien verzichten wollten. Anfang Oktober hatte bereits die Wirtschafts-Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf britische RWE-Tochterunternehmen gemeldet, dass die Nuklearprojekte auf der Insel weiterhin vorangetrieben würden. Auch andere europäische Stromanbieter sind am Bau neuer Atomkraftwerke bei den Briten interessiert, darunter der französische EDF-Konzern.