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Kauft Gazprom deutschen Stromanbieter?

Kauft Gazprom deutschen Stromanbieter?24.10.2011, 15:29 Uhr

Das „Handelsblatt“ schreibt in seiner heutigen Ausgabe (Montag), dass der russische Energiekonzern Gazprom am Erwerb von Envacom interessiert ist. Dabei handelt es sich um einen relativ unbekannten Stromanbieter aus Hessen, dessen Strategie es ist, über Internet Kunden der großen Energiekonzerne und Stadtwerke von den Vorzügen der eigenen Angebote zu überzeugen. Auf dem Energiemarkt spielt das Unternehmen bisher eine eher untergeordnete Rolle, doch das könnte sich schlagartig ändern, wenn Gazprom tatsächlich einsteigt, wie die Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher von Envacom berichtet.  

Stromanbieter bestätigt Gespräche mit Gazprom

Dem besagten Sprecher zufolge gibt es bereits seit einiger Zeit umfassende Gespräche über einen Einstieg der Russen bei dem hessischen Stromanbieter. Da Stillschweigen vereinbart wurde, wolle er aber keine Details nennen, zitiert das „Handelsblatt“ den Mitarbeiter weiter. Das Bundeskartellamt hat allerdings offenbar bereits die „Freigabe der Übernahme wesentlicher Vermögensteile“ der Envacom Service GmbH genehmigt, die von Gazprom beantragt wurde. Dies war jedenfalls auf der Internetseite des Bundeskartellamts zu erfahren. Der ganze Vorgang würde zu dem Vorhaben des russischen Gaslieferanten passen, auch auf dem deutschen Stromsektor Fuß zu fassen. Dies wurde nach Bekanntwerden der Entscheidung zum Atomausstieg vor einigen Monaten so von Gazprom verkündet.
 

Gazprom will auch zum Stromanbieter werden

Das russische Energieunternehmen wird damit erstmals auch direkt Haushaltskunden mit Energie beliefern. Bisher waren nur Großkunden in Deutschland von Gazprom beliefert worden, und das eben nur mit Gas. Als Stromanbieter werden die Russen somit ein völllig neuer Mitspieler sein. Der Kundenstamm von Envacom ist allerdings zu vernachlässigen. Zwar gibt das Unternehmen die Zahl der Kunden mit 500.000 an, aber nur etwa 25 Prozent davon beziehen ihren Strom oder ihr Gas über den Versorger; der Löwenanteil entfällt auf das Internet- und Mobilfunkgeschäft. Dennoch hätte Gazprom damit endlich einen Fuß in der Tür. Schon vor dem Atomausstieg hatten die Russen Interesse an einem Zugang zu privaten deutschen Energiekunden. Bereits 2009 hatten sie Verhandlungen mit dem inzwischen insolventen Stromanbieter TelDaFax geführt, die aber nicht in konkreten Ergebnissen mündeten.



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