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Bundesnetzagentur: Aufteilung der Strompreise nach Zonen abgelehnt24.10.2011, 18:38 Uhr
Der Vorschlag einer Aufteilung des Strommarktes in Deutschland und Österreich in bestimmte Preiszonen ist wohl endgültig vom Tisch. Die Bundesnetzagentur hat das Konzept als nicht tauglich eingestuft. Zu dieser Einschätzung kommt die Behörde aufgrund eines Gutachtens, das diesbezüglich erstellt wurde. Bei der Vorstellung der Studie erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, dass solche Preiszonen den Netzausbau gefährden und überdies dem Wettbewerb auf dem deutschen und europäischen Strommarkt schaden würden.
Kurth: Integration statt verschiedener Zonen für Strompreise
Wiederholt war in den europäischen Nachbarländern die Meinung geäußert worden, dass in den deutschen Stromnetzen angeblich strukturelle Engpässe existierten, die man am besten mit einer Aufteilung des Strommarktes für Deutschland und Österreich in verschiedene Zonen für Strompreise beheben könne, so die Idee. Dieses Vorgehen bezeichnet man als Market Splitting. Hierzu äußerte sich Behördenchef Kurth mit eindeutiger Ablehnung. Er wies darauf hin, dass man die Stärkung des Binnenmarktes nicht durch Aufspaltung, sondern nur durch Integration erreichen könne. Daher solle man eher über die Bildung grenzüberschreitender Marktgebiete in Europa nachdenken, anstatt einer Kleinstaaterei zu verfallen, sagte Kurth.
Gutachten: Marktmacht großer Stromanbieter würde wachsen
Das Gutachten zur Untersuchung der Bedeutung etablierter nationaler Preiszonen für die Integration des europäischen Strommarkts, wie es offiziell heißt, zeigt der Bundesnetzagentur zufolge eindeutig, dass eine Aufteilung des Marktes in Deutschland und Österreich in verschiedene Zonen für Strompreise bereits an den Voraussetzungen scheitere, weil das Übertragungsnetz nicht von einem strukturellen Engpass gekennzeichnet sei. Auch sei es zu keiner Verschiebung von möglichen innerdeutschen Engpässen im Stromnetz an die Außengrenzen gekommen, so die Agentur. Bei einer Marktteilung bestehe laut Gutachten zudem die Gefahr, dass die Marktmacht großer Stromanbieter in einer Weise anwachsen könnte, die mit einem funktionierenden Wettbewerb nicht mehr zu vereinbaren wäre. Außerdem würde es die Integration der Erneuerbaren Energien erheblich behindern, so die Schlussfolgerung.