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Stromanbieter E.ON streicht Stellen in Konzernzentrale26.10.2011, 14:26 Uhr
Mit der geplanten Streichung von jeder zweiten Stelle erreicht die Einsparungswelle beim Stromanbieter E.ON auch die Konzernzentrale in Düsseldorf. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag mitteilte, soll etwa jeder zweite der momentan rund 850 Arbeitsplätze wegfallen. Davon würden rund 230 Stellen komplett gestrichen, während weitere 220 Mitarbeiter aus den Bereichen wie dem Einkauf oder der IT-Abteilung in anderen Bereichen des Konzerns untergebracht werden sollen. Man werde zwar versuchen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, doch ausschließen könne man sie nicht, so der Sprecher.
Stromanbieter baut 11.000 Stellen ab
Insgesamt will der Stromanbieter weltweit rund 11.0000 seiner insgesamt 85.000 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa 6.000 alleine in Deutschland. Grund dafür sind E.ON zufolge das schlechte Geschäftsergebnis, das durch sinkende Renditen, Rückschläge im Gasgeschäft und nicht zuletzt den Atomausstieg belastet wurde, der unvorhergesehene Kosten für den Konzern verursacht. Insgesamt soll die Verwaltung des Energieversorgers drastisch verkleinert werden. Innerhalb des Sparprogramms ist auch die Rede von Schließungen mehrerer Tochtergesellschaften. Vertreter der Arbeitnehmerschaft hatten das Vorgehen der Konzernleitung im Sommer scharf kritisiert, weil die Gewinne des Unternehmens trotz Einbußen immer noch in die Milliarden gehen. Zudem war vor Bekanntwerden der Sparpläne nicht mit den Gewerkschaften und Betriebsräten gesprochen worden.
Gewerkschaft will Zugeständnisse vom Stromanbieter
Die Gewerkschaft ver.di will die Einschnitte bei Deutschlands größten Stromanbieter nicht einfach hinnehmen und hat die Beschäftigten ab Donnerstag zu einer Protestwoche aufgerufen. Dabei soll es auch Kundgebungen an den Standorten Hannover und München geben, wo eine komplette Schließung der Niederlassung droht. Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung. E.ON will nach eigener Aussage einen Konflikt mit der Arbeitnehmerschaft nach Möglichkeit vermeiden. An der grundsätzlichen Umsetzung des Sparprogramms werde allerdings nicht gerüttelt. Zur Streichung der Stellen in der Konzernzentrale hieß es, dass sie relativ zeitnah umgesetzt werden soll. Einen exakten Zeitplan habe man aber noch nicht festgelegt, da man zunächst mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln wolle. Ebenfalls bestätigt wurden Medienberichte, denen zufolge der Stromanbieter Mitarbeitern Prämien anbietet, die sich bis zum Ende des Jahres zur Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags entscheiden.