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Frankreich befürchtet Probleme durch deutschen Atomausstieg26.10.2011, 18:13 Uhr
Während die Stromanbieter und die Bundesnetzagentur daran arbeiten, dass in Deutschland auch während des Winters die Lichter nach dem Atomausstieg nicht ausgehen, könnte genau dieses Problem nun auf die französischen Nachbarn zukommen. Zwar gehört Frankreich als größter Atomstrom-Produzent zu den großen Exportnationen für Strom, doch steigt gerade im Winter auch dort der Strombedarf extrem an. Dies liegt unter anderem an der Tatsache, dass in französischen Haushalten noch verbreitet mit Elektroheizungen geheizt wird. Je länger und kälter der Winter also ist, desto mehr Strom muss produziert werden.
Französische Stromanbieter fürchten harten Winter
Besonders in harten Wintern, wie dem vom letzten Jahr, zeigen sich die Grenzen der französischen Stromversorgungskapazitäten. Neben der puren Erzeugung in Kraftwerken geht es dabei aber auch um die in manchen Regionen unzureichend ausgebauten Stromnetze, die schon in der Vergangenheit bisweilen mit den Strommengen schlicht überfordert waren. Die französischen Stromanbieter haben nun angesichts des deutschen Atomausstiegs vor möglichen Engpässen gewarnt. Wie die Consulting-Firma Capgemini am Mittwoch in Paris mitteilte, müsse man in kalten Wintern mit verstärkten Stromimporten ab 19 Uhr rechnen. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte eine Capgemini-Managerin, dass man im vergangenen Jahr unter ähnlichen Bedingungen bis zu 8000 Megawatt importiert habe.
Atomausstieg reduziert Möglichkeit für Stromimporte aus Deutschland
Diese Stromimporte für die französischen Haushalte stammten derzeit in erster Linie aus deutschen Kraftwerken. Nach dem Beschluss zum Atomausstieg und der Abschaltung zahlreicher älterer AKW fehlen nun entscheidende Kapazitäten, die derartige Importe im kommenden Winter zumindest zweifelhaft erscheinen lassen. Ob dies im Ergebnis zu Stromengpässen in Frankreich führt, hängt nach Ansicht von Capgemini davon ab, wie kalt der Winter wird und wie stark Deutschland seine Kohlekraftwerke einsetzt. Zudem richte es sich nach der Funktionsfähigkeit der französischen Atomkraftwerke. Die Stromversorgung der Privathaushalte sei aber nicht automatisch gefährdet. Zuvor könnten die Stromanbieter die Versorgung der Industrie reduzieren oder insgesamt zum Stromsparen auffordern.