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Belgien entscheidet sich für Atomausstieg ab 2015

Belgien entscheidet sich für Atomausstieg ab 201531.10.2011, 13:31 Uhr

  Eigentlich war ein Gesetz zum Ausstieg aus der Atomenergie in Belgien bereits im Jahr 2003 angestoßen worden, nachdem ökologische Parteien das Parlament zu einem schrittweisen Atomausstieg zwischen 2015 und 2025 gedrängt hatten. Aufgrund der schwierigen innenpolitischen Lage Belgiens wurde das Gesetz aber bislang nicht vorangetrieben. Seit dem Zusammenbruch der belgischen Regierung im vergangenen Jahr beherrscht eine andauernde politische Krise das politische Alltagsleben des Nachbarlandes. Die Verhandlungspartner einer möglichen künftigen Regierungskoalition einigten sich aber jetzt doch auf die schrittweise Umsetzung des Atomausstiegs.
 

Gesetz zum Atomausstieg schon von 2003

Ab 2015 soll die schrittweise Stilllegung der belgischen Atomkraftwerke in Angriff genommen werden, so die politische Absicht der eventuell in Zukunft regierenden Parteien, die damit zu dem Gesetz von 2003 zurückkehren. Demnach sollen bis zum Jahr 2025 alle sieben belgischen Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden. Die ersten drei AKW sollen bereits 2015 für immer vom Netz gehen. Voraussetzung dafür ist dem Beschluss zufolge allerdings, dass die Stromversorgung Belgiens auch nach Abschaltung der Reaktoren gesichert bleibt. Ansonsten könnten die Atomkraftwerke auch länger in Betrieb bleiben.
 

Belgische Politik will Atomkraftwerke bis 2025 abschalten

Die genauen Rahmendaten für den belgischen Atomausstieg sollen von der neuen Regierung noch im Einzelnen festgelegt werden. So soll in den kommenden Monaten auch ein detaillierter Plan zur Sicherung der Energieversorgung des Landes ausgearbeitet werden, wie die Verhandlungspartner der möglichen Koalitionsregierung mitteilten. Die Entscheidung bestätigt das alte Gesetz aus dem Jahr 2003. Inwieweit auch der deutsche Beschluss zum Atomausstieg die Politiker beeinflusst haben mag, bleibt unklar. Bislang haben die meisten Nachbarländer, die selbst noch auf Atomkraftwerke setzen, wenig Begeisterung für eine Abschaltung ihrer AKW nach deutschem Vorbild gezeigt. Besonders Frankreich und Großbritannien sind dagegen. Insgesamt befürchten manche Experten auch eine Gefährdung der europäischen Energiestabilität, wenn die Atomkraftwerke in Deutschland nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Atomausstieg in Belgien würde diese Befürchtungen zunächst weiter nähren, wenngleich die Stilllegung dort ausdrücklich an eine ausreichende Stromversorgung gekoppelt ist.



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