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Stromanbieter E.ON investiert im Ausland01.11.2011, 16:36 Uhr
Während in Deutschland von Stellenabbau und Einsparungen die Rede ist, plant der größte deutsche Stromanbieter umfangreiche Investitionen in aller Welt. Damit will E.ON sich zu einem der wichtigsten Großinvestoren im Ausland in Sachen Energie machen. Die ersten Schritte seien bereits getan, so der E.ON Manager Joachim Lang am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Er teilte mit, dass der Energiekonzern künftig rund 1,5 Milliarden Euro jährlich einsparen wolle, um sie für Investitionen im Ausland zu verwenden. Zielprojekte befinden sich unter anderem in Indien, Brasilien und der Türkei.
Stellenabbau spart Stromanbieter 750 Millionen Euro
Lang betonte, dass man in den betreffenden Ländern die Präsenz von E.ON künftig stärker wahrnehmen werde. Einsparungen in Deutschland betreffen hingegen gemietete Immobilien oder auch die Dienstwagenflotte, die langsamer als bisher geplant erneuert werden solle. Der Stromanbieter hatte nach dem schlechten Halbjahresergebnis im August verkündet, weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätze einsparen zu wollen. Schon diese Maßnahme bringt Joachim Lang zufolge ganze 750 Millionen Euro an Einsparungen. Dabei seien nicht nur deutsche Arbeitsplätze betroffen, sondern auch Stellen im Ausland, weswegen man davon sprechen könne, dass auch dort die Zeche für den deutschen Atomausstieg mitbezahlt werde.
Stromanbieter plant „gigantische Projekte“ im Ausland
Der Stromanbieter prüft nach Langs Aussage die zukünftigen Partner, die für eine Kooperation in Frage kommen, sehr sorgfältig. Problematisch seien hierbei die teilweise intransparenten Strukturen vor Ort, die von einzelnen Mitspielern dominiert würden. Jedoch werde dies nicht verhindern, dass E.ON in jedem Fall einen geeigneten Partner für die Zusammenarbeit finden werde. Langfristig will der Energiekonzern etwa ein Viertel seiner Gewinne im Ausland erwirtschaften. Bis 2015 will Konzernchef Johannes Teyssen einige „gigantische Projekte“ verwirklichen, wie er in einem Zeitungsinterview mit der „Financial Times Deutschland“ erklärte. In Russland gehört der Stromanbieter eigenen Angaben zufolge bereits zu den größten ausländischen Investoren.