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Stromsparen in Japan – ein kalter Winter steht bevor

Stromsparen in Japan – ein kalter Winter steht bevor01.11.2011, 17:49 Uhr

  Die Atomkatastrophe von Fukushima hatte viele direkte und indirekte Auswirkungen auf das Leben der Japaner. Indirekt sind so gut wie alle Bewohner betroffen, weil seit dem Erdbeben im März und dem darauf folgenden Tsunami der größte Teil der 54 Atomreaktoren im Land abgeschaltet wurden. Lediglich zehn Atomkraftwerke sind derzeit noch in Betrieb. Was in jedem Industrieland der westlichen Welt ein großes Problem wäre, wird durch den hohen individuellen Stromverbrauch der japanischen Bevölkerung zu einem noch größeren Problem. Die Behörden hatten im Sommer bereits Verhaltensmaßregeln zum Stromsparen herausgegeben, um beispielsweise den Betrieb der überall präsenten Klimaanlagen zu reduzieren. Im Winter nun droht die umgekehrte Richtung beim Sparen – jetzt sollen die Bürger weniger heizen.
 

Stromsparen durch Zwiebel-Technik

Maximal 20 Grad soll die Temperatur in Privaträumen und Büros künftig betragen, wenn es nach der Empfehlung der japanischen Regierung geht. Damit es den Bürgern dennoch nicht zu kalt wird, sollen sie ihre Kleidung nach der „Zwiebel“-Methode in mehreren Schichten tragen. Durch die isolierenden Luftschichten zwischen den Kleidungsstücken wird wesentlich mehr Wärme am Körper gehalten als nur mit einem einzelnen dicken Kleidungsstück. Wird es dann zwischendurch zu warm, kann man sich quasi aus einer oder mehreren Schichten der Kleidung „herausschälen“. Auf diese Weise, so die Regierung, könnte bereits ein erheblicher Beitrag zum Stromsparen geleistet werden. Außerdem sollten die Familien hin und wieder auf die intensive Nutzung elektrischer Küchengeräte verzichten und statt dessen traditionelle Eintöpfe auf einem kleinen Kocher zubereiten. Je nachdem, welche Gewürze verwendet würden, sollten diese Gerichte auch von innen gut wärmen. Zudem heize der kleine Kocher auch die Umgebung auf, wodurch weiterer Strom eingespart werden könne, meint die Regierung.
 

Beheizbare Toilettensitze werden weniger genutzt

Auf dem Weg zur Arbeit sollen die Japaner dann folgerichtig ebenfalls auf etwas Bequemlichkeit verzichten. Wer die U-Bahn eine Station vor dem eigentlichen Ziel verlasse, entlaste damit nicht nur die mit Strom betriebenen öffentlichen Verkehrsmittel, sondern wärme sich auch gleichzeitig auf, um dann im Büro mit der geringeren Heizleistung zurechtzukommen. Die Stromknappheit im Sommer hatte bereits zu Einschränkungen bei der Industrieproduktion geführt. Aber der Zwang zum Stromsparen scheint den Japanern auch langsam einzuleuchten. So wird tatsächlich in vielen Haushalten neuerdings auf die Nutzung der beheizbaren Klobrille verzichtet, die hierzulande eher exotisch anmuten würde, in Japan aber zum Standard gehört. Kein Wunder, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Strom in Japan deutlich höher ist als beispielsweise in Deutschland.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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