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Abschaltung von Windrädern Schuld der großen Stromanbieter?

Abschaltung von Windrädern Schuld der großen Stromanbieter?03.11.2011, 15:20 Uhr

  Immer öfter werden Windkraftanlagen bei Starkwind-Wetterlagen abgeschaltet, um eine Überlastung der Stromnetze zu vermeiden. Jedenfalls ist das der Grund, den die Netzbetreiber für die Abschaltungen angeben. Der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, äußerte nun in einem Zeitungsinterview Zweifel an der Ehrlichkeit der Netzbetreiber. In der Landshuter Zeitung nannte Albers es „auffällig“, dass vier Fünftel aller Abschaltungen von Windrädern das Stromnetz des Energiekonzerns E.ON beträfen. Insofern könne man Zweifel bekommen, wenn die Stromanbieter sagten, dass sie die Strommengen der Windkraftanlagen nicht in ihre Netze aufnehmen könnten, so der Verbandspräsident weiter.
 

Stromanbieter nehmen Windräder immer öfter vom Netz

Angesichts der Zahlen wirft Albers den Stromkonzernen sogar eine Art Blockadehaltung gegenüber der Windenergie vor. So seien einer Studie zufolge allein im Jahr 2010 rund 150 Millionen Kilowattstunden an Ökostrom einfach verloren gegangen, weil die Windräder abgekoppelt werden mussten. Eine solche Strommenge würde für die Versorgung von bis zu 40.000 Haushalten über einen Zeitraum von einem Jahr ausreichen. Besonders von diesen Auswirkungen betroffen waren demnach die Windkraftanlagen im Norden und Osten Deutschlands. Zudem scheinen die Abschaltungen immer häufiger zu werden, da alleine von 2009 bis 2010 ein Anstieg bei der vernichteten Strommenge von knapp 70 Prozent zu verzeichnen war. Die Begründung der Netzbetreiber für die Abschaltungen liegt laut Albers in einem Schutz der Stromnetze vor möglicher Überlastung durch zu viel Ökostrom. Daraus sei zu folgern, dass Leistung und Installation neuer Windkraftanlagen offenbar deutlich schneller vorankommen als der Bau neuer Stromnetze.
 

Blockadehaltung der Netzbetreiber?

Besonders oft würden Windkraftanlagen im nördlichen Teil von Schleswig-Holstein abgeschaltet, so Albers weiter. Dies betreffe in erster Linie die Stromnetze von E.ON. Schon im Jahr 1998 sei für diese Region ein massiver Ausbau der Netze bis zum Jahr 2010 vorgesehen gewesen, doch sei in dieser Hinsicht bis heute kaum etwas passiert. Man müsse sich fragen, ob man in einer solchen Situation einfach freundlich abwarten könne, bis die Netzbetreiber tätig würden, oder ob man auch Sanktionen verhängen müsse, wenn die Fahrpläne zum Netzausbau nicht eingehalten werden. Es müsse letztlich einfach mehr Druck auf die Netzbetreiber ausgeübt werden, um diese Art von Blockadehaltung hinsichtlich der Windkraftanlagen zu beenden, so Albers.



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