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Japanische Regierung gibt Stromanbieter Tepco Finanzhilfe04.11.2011, 15:34 Uhr
Die japanische Regierung hat entschieden, dem Betreiber des zerstörten Atomkraftwerks von Fukushima eine ordentliche Finanzspritze zu geben. Wie die Regierung mitteilte, erhält der Stromanbieter Tepco umgerechnet rund 8,4 Milliarden Euro (etwa 900 Milliarden Yen). Von diesem Geld kann der Konzern aber nicht wirtschaftlich profitieren, denn es ist einzig für den Zweck vorgesehen, den Opfern der Atomkatastrophe Entschädigungen zahlen zu können. Die Regierung in Tokio will damit verhindern, dass die Ansprüche der Bewohner, die ihre Häuser wegen des Atomunfalls in Fukushima räumen mussten, ins Leere laufen.
Stromanbieter hat finanzielle Schwierigkeiten
Tepco ist seit der Katastrophe auch finanziell ins Schlingern gekommen, weil die Folgekosten den Konzern stark belasten und gleichzeitig Einnahmen aus dem Stromerzeugungsgeschäft fehlen, weil die meisten Atomkraftwerke des Landes seit dem Erdbeben vom 11. März abgeschaltet sind. Im Gegenteil: Der Stromanbieter musste zeitweise teuren Strom und Brennstoffe von anderen Energiekonzernen zukaufen, um seine Kunden überhaupt noch versorgen zu können. Als Gegenleistung für die staatliche Finanzhilfe will Tepco in den kommenden zehn Jahren seine Kosten um insgesamt 2,5 Billionen Yen senken. Außerdem kann der Stromanbieter mit weiterem Geld aus der Staatskasse rechnen, denn weitere 120 Milliarden Yen stehen dem Konzern als Entschädigung für den Atomunfall zu, wie es ein Gesetz zum Atomschadensausgleich vorsieht.
Geld soll nur für Entschädigungen verwendet werden
Allerdings sollen die gesamten Gelder ausschließlich für die Kompensation von Ansprüchen der Opfer verwendet werden, die ihren Besitz und ihre Häuser aufgeben mussten. Am 11. März war es vor Japan zu einem der stärksten Erdbeben der Geschichte gekommen. Der nachfolgende Tsunami hatte dann das Atomkraftwerk von Fukushima so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es in mehreren Reaktoren zu einer Kernschmelze gekommen war. In der Folge wurden große Mengen an Radioaktivität freigesetzt. Die Katastrophe ist nach wie vor nicht abschließend unter Kontrolle; erst zu Beginn dieser Woche meldete der Stromanbieter, dass es erneut zu einer unkontrollierten Kernspaltung in einem der Reaktoren gekommen ist.