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Stromanbieter: Neue finanzielle Belastung für EnBW in Sicht07.11.2011, 13:11 Uhr
Der Energiekonzern EnBW könnte sich schon bald mit einer neuen finanziellen Herausforderung konfrontiert sehen. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, könnte die Beteiligung am Oldenburger Energieversorger EWE zu einem Milliardenverlust führen. Verschiedenen Medienberichten zufolge verlangen die kommunalen Aktionäre des norddeutschen Unternehmens, dass EnBW seine 26 Prozent Beteiligung an EWE verkauft. Hintergrund ist der Besitzerwechsel beim großen Stromanbieter, nachdem das Land Baden-Württemberg einen Großteil von EnBW vom französischen Stromkonzern EdF gekauft hat. Nach Ansicht der Aktionäre des Oldenburger Versorgers begründe diese Tatsache den Anspruch auf den Verkauf der EWE-Anteile, da dies eigens für den Fall eines „Kontrollwechsels“ bei EnBW vereinbart gewesen sei.
Stromanbieter würde bei jetzigem Verkauf Verlust machen
Problematisch für EnBW ist hierbei, dass der Wert der EWE-Anteile seit 2008 erheblich gesunken ist. Ein Verkauf der Aktien zum jetzigen Zeitpunkt würde für den Stromanbieter also einen signifikanten Verlust darstellen. Nach Angaben des „Handelsblatts“ könnten sich die Einbußen auf eine Summe von mehr als einer Milliarde Euro belaufen. Dies will die Zeitung aus den Kreisen beider beteiligten Energieunternehmen erfahren haben. Eine offizielle Stellungnahme von EnBW gab es zunächst nicht. Bisher hatte sich der Stromanbieter immer darauf berufen, dass die Übernahme durch das Land Baden-Württemberg keinen Kontrollwechsel im Sinne der Vereinbarung mit EWE darstelle. Ende vergangenen Jahres hatte der damalige CDU-Ministerpräsident Mappus den Kauf des Energiekonzerns eingeleitet, der noch im Zeichen der zu erwartenden Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke stand.
Atomausstieg belastet Stromanbieter bereits erheblich
Kritik gab es von der damaligen Opposition (und heutigen Landesregierung) wegen der hohen Kosten der Übernahme und der Tatsache, dass Mappus den Kauf am Parlament vorbei durchgezogen hatte. EnBW hat seitdem einige Rückschläge zu verkraften gehabt. Der Stromanbieter musste aufgrund des Atomausstiegs und seiner Folgen erst kürzlich Verluste in dreistelliger Millionenhöhe verkünden. Im Moment ist das Unternehmen damit beschäftigt, die Hauptaktionäre zu einer Finanzspritze zu bewegen. Der mögliche Milliardenverlust bei einem Verkauf der EWE-Anteile kommt daher denkbar ungelegen.