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Personalentscheidung bei Bundesnetzagentur rückt näher08.11.2011, 18:06 Uhr
Dass die Bundesnetzagentur voraussichtlich einen neuen Chef bekommen soll, ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Der bisherige Präsident der Behörde, Matthias Kurth, steht kurz vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit und könnte nach dem Willen der Bundesregierung nach nunmehr zehn Jahren abgelöst werden. Kurth, der SPD-Mitglied ist, wird von manchen Mitgliedern der Regierungskoalition nicht gerne an der Spitze der mächtigen Regulierungsbehörde gesehen, die durch die Energiewende noch mehr an Bedeutung gewonnen hat.
Verlässt Kurth die Bundesnetzagentur nach zehn Jahren?
Verschiedene Beobachter halten einen Zusammenhang mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur über die Kaltreserve für denkbar. Die Behörde musste darüber entscheiden, wie möglicherweise auftretende Stromengpässe im Winter nach der Stilllegung mehrerer Atomkraftwerke kompensiert werden könnten. Während die schwarz-gelbe Koalition hierfür gerne ein Atomkraftwerk in Reserve behalten hätte, entschied sich Kurth für verschiedene Kohle- und Gaskraftwerke, die im Notfall einspringen sollen. Diese Lösung wird im Übrigen auch von den meisten Experten befürwortet, da Atomkraftwerke für eine schnelle Kaltreserve technisch schlicht ungeeignet sind, weil sie sich nicht so rasch regeln lassen wie Kohle- oder Gaskraftwerke.
Spekulationen um Nachfolge von Kurth
In jedem Fall sind die Spekulationen um die mögliche Nachfolge von Matthias Kurth seit einiger Zeit immer wieder im Gespräch. Offenbar gibt es nun auch konkrete Vorschläge unter den Politikern der Regierungskoalition. So favorisiert die Union Medienberichten zufolge den Abteilungsleiter im Verkehrsministerium, Gerold Reichle, für den Posten als Chef der Bundesnetzagentur. Die Bundesregierung schweigt dazu allerdings und betont, dass noch keine Personalentscheidung gefallen sei. Hierüber werde auf der Beiratssitzung der Agentur am 21. November beraten. Die Bundesnetzagentur ist neben der Überwachung des Strommarktes auch für die Regulierung von Gas- und Telekommunikationsanbietern verantwortlich und beschäftigt etwa 2.500 Mitarbeiter.