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Auch Stromanbieter RWE meldet weiteren Gewinnrückgang10.11.2011, 14:30 Uhr
Nach E.ON hat auch der zweitgrößte deutsche Stromanbieter RWE erneut einen Gewinnrückgang gemeldet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 ging der Umsatz um ein Prozent auf 38,17 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen der Öffentlichkeit am Donnerstag in Essen mitteilte. Verantwortlich für den Rückgang sind die verschiedenen Faktoren, die dieses Jahr zusammengekommen sind. Der Atomausstieg hat für RWE die Abschaltung von zwei Atomkraftwerken zur Folge gehabt, während die Erlöse durch niedrigere Strompreise weiter gesunken sind. Auch im Gasgeschäft hatte der Energiekonzern mit Problemen zu kämpfen.
Stromanbieter bleibt optimistisch
Der Gewinn lag dem Energiekonzern zufolge bei 1,78 Milliarden Euro (um Absicherungsgeschäfte im Energiehandel bereinigt). Dies entspricht einem Rückgang um ganze 44 Prozent. Experten hatten mit etwas besseren Ergebnissen für den Stromanbieter gerechnet, doch zeigen diese Zahlen, wie wichtig die Einnahmen aus den Atomkraftwerken offenbar für das Unternehmen waren und welche Profite daraus erwachsen sind. Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende von RWE, erklärte hierzu, dass die kommenden Jahre schwer für den Stromanbieter werden würden. Er sei jedoch optimistisch, dass die Talsohle zügig durchschritten werden könne. Damit könnte er auf die ausstehenden juristischen Auseinandersetzungen bezüglich der Atomsteuer anspielen, denn hier haben bereits zwei Finanzgerichte zugunsten der großen Energiekonzerne entschieden. Sowohl E.ON als auch RWE hatten gegen die Brennelementesteuer geklagt, weil sie Zweifel an deren Rechtmäßigkeit haben. Endgültig wird die Frage aber erst durch eine höchstrichterliche Entscheidung geklärt werden.
Nachverhandlungen über Gaspreise erfolgreich
Anders als der Konkurrent E.ON hat RWE auch Grund zur Hoffnung, dass die Probleme im Gasgeschäft rasch gelöst werden können. Hier kämpfen viele große Gasanbieter mit den langjährigen Vertragsbindungen, die allzu oft noch an die Entwicklung des Ölpreises gebunden sind. Laut RWE konnten hier bei Nachverhandlungen mit Gaslieferanten Erfolge erzielt werden. Langfristige Lieferverträge seien auf günstigere Preiserhebungen umgestellt worden oder in beidseitigem Einvernehmen vorzeitig gekündigt worden.