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E.ON darf bei Verkauf von portugiesischem Stromanbieter mitbieten10.11.2011, 18:00 Uhr
Während Deutschlands größter Stromanbieter im Inland einen strikten Sparkurs verfolgt, scheint sich das Unternehmen international weiterhin auf Expansion einzustellen. Die portugiesische Regierung, die gerade eine Staatspleite abzuwenden versucht und daher auch die Privatisierung ihres größten Stromkonzerns erwägt, hat nun mitgeteilt, dass E.ON zu den Konzernen gehört, die beim Verkauf von EDP mitbieten dürfen. Weitere Konkurrenz bekommen die Deutschen aus Brasilien und China. Die Energiekonzerne Electrobras, Cemig und Three Gorges gehören zu den insgesamt vier Unternehmen, die von der Regierung Portugals in die Liste der Bieter aufgenommen wurden.
Portugal will Stromanbieter schnell privatisieren
Am Mittwoch billigte der Ministerrat in Lissabon die Liste, die es dem deutschen Stromanbieter nunmehr ermöglicht, Angebote für den portugiesischen Konzern abzugeben. Der Staat möchte die Privatisierung von EDP noch bis zum Ende des Jahres über die Bühne bringen. Bis es konkrete Entscheidungen gibt, werden allerdings noch weitere Verhandlungen zu den genauen Verfahrensweisen geführt werden müssen. Derzeit besitzt der portugiesische Staat noch 25 Prozent vom Stromanbieter EDP. Die Regierung möchte 21,35 Prozent davon verkaufen. Das Unternehmen machte im Jahr 2010 einen Umsatz von 14,17 Milliarden Euro und verfügt über Niederlassungen in Brasilien, Belgien, Frankreich, Spanien, Polen, Rumänien und den USA.
Deutscher Stromanbieter investiert im Ausland
Portugal muss dringend Geld einnehmen, um das Haushaltsdefizit von momentan 9,8 auf 5,9 Prozent zu verringern. Dies ist die Bedingung des Internationalen Währungsfonds IWF und der EU für die Auszahlung eines Hilfsprogramms in Höhe von 78 Milliarden Euro an das angeschlagene Land. Privatisierungen sollen nach dem Willen der portugiesischen Regierung stark vorangetrieben werden und der Stromanbieter EDP ist eines der besten Pferde im Stall. Der deutsche Energiekonzern E.ON hatte bereits mehrfach angekündigt, eine strategische Neuausrichtung vorzunehmen. Neben einem Sparprogramm und der Entlassung von weltweit 11.000 Angestellten dienen auch Investitionen im Ausland dazu, den Stromanbieter auf einen neuen Kurs zu bringen.