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Russland will Energiepartnerschaft mit Deutschland

Russland will Energiepartnerschaft mit Deutschland14.11.2011, 18:43 Uhr

  Der Atomausstieg könnte eine neue Tür nach Osten aufgestoßen haben. Da in Deutschland der Bedarf an Großkraftwerken mit der Abschaltung der Atomkraftwerke in den kommenden Jahren stark ansteigen wird, um die Diskrepanz zwischen erneuerbaren Energien und dem tatsächlichen Strombedarf zu überbrücken, bietet Russland eine enge Energiepartnerschaft mit Deutschland an, um nicht länger nur als reiner Rohstofflieferant sondern auch als Stromproduzent auf dem deutschen Markt agieren zu können.
 

Investitionen von 15 Milliarden bei Energiepartnerschaft möglich

Wesentlich enger als bisher soll die Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland in Fragen der Energiepolitik künftig ausfallen, so der russische Energieminister Sergej Schmatko in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Sein Land sei dazu bereit, den Bau, die Finanzierung und den Betrieb von Kraftwerken im großen Stil gemeinsam mit deutschen Partnern zu übernehmen. Russlands Engagement habe eine vertiefte Energiepartnerschaft mit Deutschland in Form eines bilateralen Abkommens zum Ziel, sagte der Minister. Schätzungen der Energiebranche zufolge könnte ein solches Abkommen Investitionen in einem Umfang von rund 15 Milliarden Euro nach sich ziehen.
 

Gaskraftwerke gewinnen nach Atomausstieg an Bedeutung

Der russische Energieminister schätzt den Bedarf Deutschlands an Großkraftwerken nach dem Atomausstieg auf zehn bis zwölf Gigawatt. Dies entspreche einer Leistung, wie sie zehn bis fünfzehn Großkraftwerke produzieren könnten. Da nach politischem Willen vor allem Gaskraftwerke gebaut werden sollen, scheint Russland für eine solche Partnerschaft mit seinem Staatskonzern Gazprom prädestiniert zu sein. Deutsche Stromanbieter haben sich bislang zurückhaltend zum Neubau von Gaskraftwerken geäußert, weil sie befürchten, dass diese mit dem zunehmenden Ausbau von Ökostrom an Bedeutung verlieren und nicht lange genug laufen würden, um sich finanziell zu lohnen. Experten gehen allerdings davon aus, dass diese Einstellung sich mit einer möglichen staatlichen Förderung zum Bau von Gaskraftwerken schnell ändern könnte. Gaskraftwerke gelten als besser geeignet, starke Stromschwankungen in kurzer Zeit kompensieren zu können als Kohlekraftwerke, weil sie sich schneller regeln lassen. Zudem ist die CO2-Bilanz bei der Verbrennung von Kohle erheblich schlechter.



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