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Auch Gaspreise steigen weiter: 53 Versorger erhöhen Tarife17.11.2011, 17:09 Uhr
Nicht nur die Stromanbieter drehen im Dezember und Januar an der Preisschraube, sondern auch die Gasanbieter. 53 weitere Versorger haben angekündigt, ihre Gaspreise im Winter um durchschnittlich 8 Prozent anzuheben. Bei einem angenommenen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr entstehen damit für einen Durchschnittshaushalt Mehrkosten in Höhe von 112 Euro. Der Löwenanteil dieser erneuten Gaspreiserhöhung geht auf das hohe Niveau der Ölpreise zurück, denn zahlreiche Versorger haben noch immer langfristige Lieferverträge mit Gaslieferanten abgeschlossen, die an der Ölpreisbindung festhalten.
Gaspreise und Ölpreise in teurer Eintracht
Angesichts der Tatsache, dass die Ölpreise im Jahr 2011 insgesamt überdurchschnittlich hoch waren, wirkt sich dies nun auch mehr und mehr auf die Gaspreise aus. Ein bekanntes Beispiel für diese Preispolitik sind Gasanbieter, die ihren Brennstoff vom russischen Staatskonzern Gazprom beziehen. Dieser hält nach wie vor an der umstrittenen Bindung zwischen Ölpreis und Gaspreis fest, für die es aber keine wirklichen Begründungen technischer Art gibt. Allerdings müssen die Verbraucher diese Gaspreiserhöhung nicht einfach hinnehmen. Denn mehr und mehr Gasanbieter gehen vor allem auf kommunaler Ebene (also Stadtwerke) dazu über, ihre Gaspreise nicht länger über langjährige Lieferverträge bestimmen zu lassen, sondern über die kurzfristig ermittelten Tarife am Spotmarkt. Gerade hier waren in den letzten Monaten durchaus auch Preissenkungen zu verzeichnen, so dass das Angebot für Kunden breit gefächert ist.
Gasanbieter wechseln auch für Mieter möglich
Der zunehmende Wettbewerb der Gasanbieter zahlt sich für die Gaskunden aus – sofern sie von ihrem Wechselrecht Gebrauch machen. Gerade bei einem erstmaligen Wechsel kann ein Haushalt die jüngsten Preisanhebungen mehr als kompensieren und für gewöhnlich einen ordentlichen Betrag im Jahr einsparen. Wichtig für Mieter: Auch hier ist ein Wechsel möglich, er muss allerdings meist vom Vermieter in die Wege geleitet werden. Da der Vermieter nicht direkt von niedrigeren Gaspreisen profitiert, weil die Kosten ohnehin auf die Mieter umgelegt werden, kommt ein Hauseigentümer oft nicht darauf, überhaupt einen Gaspreisvergleich anzustellen. Jedoch gilt für Vermieter das Gebot der Wirtschaftlichkeit, auf das der Mieter gegebenenfalls pochen kann.