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Niedrige Strompreise für Großkunden zu Lasten von Normalkunden?

Niedrige Strompreise für Großkunden zu Lasten von Normalkunden?21.11.2011, 15:50 Uhr

  Offenbar plant die Bundesregierung, Kunden mit einem besonders hohen Stromverbrauch von den künftigen Gebühren für die Stromnetze zu befreien. Dies berichtete die „Frankfurter Rundschau“ am Montag. Demnach sollen die Strompreise für diejenigen Großkunden sinken, die einen Verbrauch von mehr als zehn Gigawattstunden jährlich aufweisen können. Darunter fallen Industriekunden und andere Großverbraucher. Dem Zeitungsbericht zufolge will die schwarz-gelbe Koalition diese Ausnahmen von den Gebühren aber nicht gleichmäßig finanzieren. Den Hauptteil der Kosten sollen kleinere Stromverbraucher tragen, während mittlere und größere Kunden entlastet werden.
 

Strompreise steigen für Privatkunden

Wie die „Frankfurter Rundschau“ weiter berichtet, sollen die Kosten für die Entlastung der Großkunden hauptsächlich von Privatkunden und kleineren Gewerbekunden getragen werden. Wer mehr als 100.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, muss weitaus weniger für die Finanzierung der Großkundenrabatte beitragen. Für die Privatkunden könnten somit im kommenden Jahr die Strompreise um rund drei Prozent durchschnittlich steigen, während die Großkunden um insgesamt 1,1 Milliarden Euro entlastet werden. Dies hätten Schätzungen der Bundesnetzagentur ergeben, so die Zeitung weiter.
 

Verbraucherschützer: „Einmalige Schweinerei“

Der Bundesverband Verbraucherzentralen fand deutliche Worte für diese neue Regelung. Deren Energieexperte Holger Krawinkel nannte das Vorgehen der Bundesregierung eine „einmalige Schweinerei“. Er bezeichnete es als „Dreistigkeit ohne Beispiel“, wenn die Bundesregierung die Industrie massiv entlaste, während die Kleinverbraucher die Zeche zahlten, so Krawinkel weiter. Die Regelung soll dem Zeitungsbericht zufolge bereits beim Beschluss über den Atomausstieg und der Verabschiedung des Energiepakets kurzfristig eingefügt worden sein. Selbst Fachleute und Experten hätten dies zunächst übersehen, so die „Frankfurter Rundschau“. Insgesamt sollen mehrere hundert Industriekunden und Großbetriebe von den auf diese Weise reduzierten Strompreisen profitieren. Wiederholt hatte vor allem die energieintensive Industrie bemängelt, dass die Belastungen durch die Energiewende die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährde.



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