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Stromimporte haben nach Atomausstieg deutlich zugenommen

Stromimporte haben nach Atomausstieg deutlich zugenommen23.11.2011, 17:48 Uhr

  Deutschland verabschiedet sich von der Atomenergie und setzt auf die Energiewende. Da dieser Umstieg nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist, muss der Strombedarf bis dahin durch andere Quellen gedeckt werden. Einen erheblichen Beitrag hierfür liefern die Stromimporte aus den Nachbarländern. Diese sind mit dem raschen Atomausstieg erheblich angestiegen, wie die Zahlen der ersten neun Monate nachweisen. Rund 16 Prozent mehr Strom wurden in diesem Zeitraum nach Deutschland importiert, wie die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.
 

Stromverbrauch unverändert

Bei der Ausfuhr von Elektrizität in andere Länder war hingegen ein Rückgang um etwa neun Prozent zu verzeichnen, so Müller. Damit werde zwar immer noch mehr Strom ins Ausland exportiert als von dort eingeführt, doch könne man einen dramatischen Rückgang beim Überschuss ablesen. Deutschland habe nicht mehr die gleiche Bedeutung als Stabilisator der europäischen Stromversorgung wie vor dem Atomausstieg. Dabei sei der Stromverbrauch insgesamt nahezu unverändert geblieben, erläuterte Frau Müller weiter. Extrem zugenommen haben demnach die Stromimporte aus den Nachbarländern Frankreich, Polen oder auch Dänemark. Während Polen seinen Anteil an den Stromimporten nach Deutschland um mehr als das Dreifache steigern konnte, betrug der Zuwachs bei den Dänen immerhin noch 55 Prozent und bei Frankreich 28 Prozent. Maßgeblich für den Vergleich ist hierbei die Zeitspanne von Januar bis Ende September und der entsprechende Vorjahreszeitraum.
 

Atomausstieg in Deutschland lässt Atomkraftwerke im Ausland brummen

Gegner des Atomausstiegs sehen in der Zunahme der Stromimporte aus dem Ausland eine Bestätigung für ihre Befürchtungen, dass Deutschland mehr von ausländischen Energielieferungen abhängig werde als das bereits vorher der Fall war. Erschwerend kommt hinzu, dass der Strom aus dem Ausland aus Energiequellen stammt die man in Deutschland selbst nicht haben möchte, also zumeist aus Atomkraftwerken, deren Sicherheitsstandards teilweise kaum mit denen deutscher Kraftwerke zu vergleichen sind. Außerdem müssen diese Kraftwerke nun wesentlich mehr Strom produzieren als es ohne den Atomausstieg der Fall war.



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