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Atommüll: Kommt Castor erst am Freitag?

Atommüll: Kommt Castor erst am Freitag?24.11.2011, 13:43 Uhr

  Am Donnerstag hat der Zug mit dem Castor-Transport aus Frankreich die Grenzregion zu Deutschland erreicht. Unklar ist allerdings nach wie vor, an welchem Grenzübergang der Atommüll ins Land gebracht wird. Möglicherweise wird der Transport erst am Freitag Deutschland erreichen. So scheinen sich die Hinweise zu verdichten, dass der Castor kurz vor der Grenze eine 24-stündige Pause einlegen könnte. Wie ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace mitteilte, lasse vor allem die ungewöhnlich starke Polizeipräsenz in der französischen Ortschaft Remilly darauf schließen, dass der Zug mit dem hochradioaktiven Atommüll einen längeren Zwischenstopp vor sich habe, bevor er nach Deutschland weiterfährt. Auch aus deutschen Polizeikreisen in Saarbrücken war Medienberichten zufolge zu hören, dass der Castor vermutlich erst am Freitag seine Reise fortsetzen werde.
 

Proteste gegen Castor an der Grenze und in Gorleben

Bereits im Vorfeld des nun für morgen erwarteten Grenzübertritts des Atommüll-Transports ist es an der deutsch-französischen Grenze und nahe des Zwischenlagers in Gorleben zu zahlreichen Protesten von Umweltschützern und Atomkraftgegnern gekommen. Im vergangenen Jahr waren 50.000 Demonstranten gegen den Castor-Transport auf die Straße gegangen. Der jetzige neue Transport soll elf Castor-Behälter mit hochradioaktivem deutschen Atommüll von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague zum Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben bringen. Dabei soll es sich bei dem aktuellen Atommüll-Transport um den letzten seiner Art handeln, der aus Frankreich in Richtung Gorleben durchgeführt wird.
 

Strahlenbelastung liegt „weit unter gesetzlichen Grenzwerten“

Gegen die Einlagerung von Atommüll im Salzstock von Gorleben protestieren Organisationen wie Greenpeace bereits seit vielen Jahren. Sie halten den Standort aus geologischen Gründen für zu unsicher. Vor über dreißig Jahren war die Entscheidung für ein atomares Endlager im damaligen Grenzgebiet zur Ex-DDR hauptsächlich aus politischen Erwägungen heraus getroffen worden, wie die Gorleben-Kritiker immer wieder betonen. Der radioaktive Müll aus deutschen Atomanlagen soll hier in 800 Metern Tiefe für alle Zeiten eingelagert werden. Protestiert wird auch gegen das oberirdische Zwischenlager, wo die Castor-Behälter vorübergehend zur Abkühlung des Atommülls abgestellt werden. Hier waren in den letzten Monaten erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. Die zuständige deutsche Gesellschaft für Nuklear-Service teilte hingegen mit, dass die zu erwartende Strahlenbelastung weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen werde und keinerlei Gefahr bestehe.



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