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Castor: Ankunft in Deutschland – Zusammenstöße im Wendland25.11.2011, 13:47 Uhr
Der Zug, der die Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll von der Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Frankreich in das Zwischenlager bei Gorleben transportieren soll, hat die Grenze inzwischen überschritten und befindet sich in Deutschland. Eigentlich war bereits für gestern der Grenzübertritt erwartet worden, doch der Castor hatte einen 24-stündigen Zwischenstopp eingelegt. Mit dieser Taktik wollten die verantwortlichen Behörden offenbar Verwirrung bei den Demonstranten stiften, die bis zum Schluss rätseln mussten, wo genau die Grenze passiert werden würde. Wie verschiedene Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichteten, rollte der Castor Transport am Vormittag bei Forbach über die Grenze in Richtung Saarland.
Weitere Route des Castor Transports unklar
Welche Route anschließend auf dem Weg nach Niedersachsen genommen wird, war weiterhin unklar. Die Taktik der Planer des Castor-Transports scheint insofern aufzugehen, dass die Demonstranten ihre Proteste nicht genau an der Strecke koordinieren konnten und bislang nur wenige Protestierende den Castor auf seinem Weg in Deutschland erwarteten. Der Hauptteil der organisierten Protestbewegung hat sich vorerst in Speyer gesammelt, um von dort aus dann zu weiteren Aktionen aufzubrechen, wenn absehbar wird, welche Route der Atommüll auf seinem Weg durch Deutschland nehmen wird. Unterdessen teilte das niedersächsische Umweltministerium mit, dass alle elf Castor-Behälter, die sich auf dem Zug befinden, die zulässigen Werte für radioaktive Strahlung während des Transports einhalten.
Eskalation bei Protesten gegen Castor
Zu einer Eskalation kam es unterdessen am Zielort des Transports im Wendland. Bei den Protesten gegen den Castor-Transport nach Gorleben ist es zu teilweise heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Anlass war die Besetzung einer Kreuzung durch Aktivisten, welche von der Polizei mit dem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas beendet wurde. Aus den Reihen der Demonstranten flogen daraufhin Farbbeutel und Feuerwerkskörper. Nach offiziellen Angaben gab es bislang mindestens sieben Verletzte und diverse Festnahmen. Die Kundgebung gegen den Castor-Transport war von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg organisiert worden. Die Ankunft des Atommülls in Gorleben wird für das Wochenende erwartet.