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Bundesnetzagentur: Stromnetze kurz vor Überlastung

Bundesnetzagentur: Stromnetze kurz vor Überlastung25.11.2011, 14:54 Uhr

  Die Bundesnetzagentur hat davor gewarnt, dass die deutschen Stromnetze derzeit am Rande der Belastbarkeit beansprucht werden. Dies sei die direkte Folge massiver Verzögerungen beim Bau neuer Stromleitungen, so die Behörde. Wie die Experten in ihrem Monitoringbericht 2011 berichten, entwickelten sich die Stromnetze zur Achillesferse bei der Umsetzung der Energiewende. So zeigten sich derzeit bei zwölf von 24 besonders wichtigen Projekten beim Netzausbau bereits deutliche Verzögerungen. Von den 1.807 Kilometern Leitungslänge, die überaus dringend benötigt werden, seien erst 214 fertiggestellt worden, so die Bundesnetzagentur weiter. Diese Daten passen zu den Warnungen aus der Energiebranche, dass künftig Blackouts und Stromausfälle in Deutschland drohen könnten.
 

Dramatischer Zeitverzug beim Netzausbau

Bereits heute liege der Zeitverzug bei manchen Projekten bei vier Jahren, so der Bericht. Nur durch massive Investitionen auf allen Ebenen des Netzausbaus könne das hohe Niveau der Versorgungssicherheit in Deutschland auch weiterhin gewährleistet werden. Der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur bezieht sich dabei auf als besonders vordringlich eingestufte Stromleitungen, die im Gesetz für den Energieleitungsausbau im Jahre 2009 benannt wurden – also schon vor dem Atomausstieg, der die Lage noch deutlich verschärft haben dürfte. Der Neubau der Leitungen ist der Agentur zufolge dringend notwendig, weil die existierenden Netze durch die verschiedenen zahlreichen Veränderungen bei der Erzeugungsstruktur und den steigenden Anforderungen bei den Transportaufgaben am Rand der Belastbarkeit angekommen seien.
 

Stromleitungen fehlen von Nord nach Süd

Problematisch hinsichtlich der Energiewende ist die Auslegung der deutschen Stromnetze auf Großkraftwerke, die zu Zeiten des Baus von Atomkraftwerken in der Nähe von Ballungszentren notwendig war. Mit dem zunehmenden Ausbau dezentraler Energiequellen wie Solaranlagen und Windparks an den verschiedensten Orten ist mehr Flexibilität bei den Stromnetzen gefordert, wie zahlreiche Energieexperten immer wieder betonen. Besonders beim Stromtransport von Nord nach Süd gibt es der Bundesnetzagentur zufolge große Kapazitätslücken, weil die Stromautobahnen fehlen, um den Windstrom von der Küste in die Ballungszentren im Süden zu transportieren, wo durch die Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke ein Ausgleich geschaffen werden muss.



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