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Atommüll: Castor–Endspurt von weiteren Protesten begleitet

Atommüll: Castor–Endspurt von weiteren Protesten begleitet28.11.2011, 13:49 Uhr

  Noch nie zuvor hat ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll aus Frankreich in das Zwischenlager von Gorleben so lange gedauert wie in diesem Jahr. Über 110 Stunden war der Zug mit den Castor-Behältern am Montarmorgen bereits unterwegs – und ist immer noch nicht an seinem Ziel angekommen. Bereits im Vorjahr hatte der damalige Atommüll-Transport mit 92 Stunden einen neuen Rekord aufgestellt, der diesmal noch deutlich überschritten wird. Für die Atomkraftgegner ist jede Verzögerung des Transports bereits ein Erfolg, während die Kosten für die öffentliche Hand in die Höhe schnellen. Im vergangenen Jahr hatte der Castor-Transport rund 36,5 Millionen Euro gekostet – in diesem Jahr wird es vermutlich noch mehr sein.
 

Castor durch Blockaden behindert

Die letzte Etappe des Castor-Transports wird nach Einschätzung der Einsatzleitung der Polizei schwierig werden. Man rechne mit „intelligenten Blockaden“, die den Transport des Atommülls auf der letzten Straßenstrecke von rund 20 Kilometern Länge behindern werden, so der Polizeipräsident von Lüneburg, Friedrich Niehorster. Außerdem sei es bereits zu zahlreichen Sitzblockaden entlang der Strecke gekommen. Es sei zu erwarten, dass hier im Verlauf der Aktion noch weitere Menschen hinzukommen werden. Die Polizei räumte in diesem Zusammenhang ein, dass die Blockaden den Einsatzkräften „allergrößte Schwierigkeiten“ bereiteten. Am Mittag wurden die Castor-Behälter am Verladebahnhof von Dannenberg auf spezielle LKW umgeladen. Insgesamt waren die Proteste am Wochenende zum Teil sehr gewalttätig ausgefallen, obwohl auch nach Einschätzung der Polizei nur ein kleiner Teil der Aktivisten gewaltbereit zu sein scheint. Dennoch bereitet die zunehmende Eskalation beim Widerstand gegen den Castor den Verantwortlichen große Sorgen.
 

Greenpeace: Erhöhte Strahlungswerte am Castor

Sorgen hat auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Messungen der Organisation haben nach eigenen Angaben ergeben, dass die Strahlung des Atommülls trotz der abschirmenden Wirkung der Castor-Behälter relativ hoch sei. In einer Entfernung von 14 Metern betrage die Neutronenstrahlung noch etwa 4,5 Mikrosievert pro Stunde. Dies sei 600-mal mehr, als die natürliche Hintergrundstrahlung, die am selben Ort wenige Stunden vorher gemessen worden sei, so Greenpeace. Die Behörden betonen jedoch, dass die Radioaktivität innerhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte liege. Die Aktivisten der Organisation haben die Strecke ins Zwischenlager Gorleben mittlerweile mit einem Kleintransporter blockiert, den die Polizei versucht, aus dem Weg zu räumen. Insgesamt wird noch mit zahlreichen weiteren ähnlichen Blockaden gerechnet.
 



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