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Strompreise: Sozial- und Wirtschaftsverbände kritisieren Transportgebühren

Strompreise: Sozial- und Wirtschaftsverbände kritisieren Transportgebühren28.11.2011, 17:12 Uhr

  Nach dem Bekanntwerden einer Änderung in der Stromnetz-Entgeltverordnung, welche die Bundesregierung im Zuge des Atomausstiegs verabschiedet hatte, hagelt es Kritik für die Entscheidung, große Stromverbraucher von den Gebühren für den Stromtransport zu befreien. Die Regelung besagt, dass große Industrieunternehmen ab einem bestimmten Stromverbrauch von diesen Kosten befreit werden. Damit will die Bundesregierung der Besorgnis der Industrieverbände entgegenwirken, die befürchten, dass die Energiewende zu hohen Strompreisen führen und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen behindern könnte. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die Kosten nunmehr von kleinen und mittleren Stromverbrauchern getragen werden – also von Privathaushalten, aber auch gewerblichen Betrieben, die weniger Strom benötigen als ein Großbetrieb.
 
Strompreise könnten um 30 Euro pro Jahr steigen
Die Regelung wird daher sowohl von Sozialverbänden als auch von Wirtschaftsverbänden kritisiert. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, bezeichnete es in der „Frankfurter Rundschau“ als nicht akzeptabel, dass die Strompreise für normale Verbraucher stiegen, während die Industrie im Gegenzug dafür entlastet werde. Die Umlage der Kosten von Großverbrauchern auf private Haushalte sei eine eklatante Verletzung sozialer Grundsätze, so Mascher. Die vier großen Betreiber der Übertragungsnetze hatten zuvor berechnet, dass die Verlagerung der Kosten nach dem vorgesehenen Modell die Strompreise für private Endkunden und mittlere Gewerbetreibende deutlich ansteigen lässt.
 
Stromsparende Unternehmen fühlen sich benachteiligt
Bislang galt, dass Großkunden mit einem gewaltigen Stromverbrauch schon von einem gemäßigten Satz bei den Gebühren für den Stromtransport profitieren konnten, dessen Kosten ebenfalls auf die restlichen Verbraucher umgelegt wurden. Durch die zum Teil komplette Befreiung von den Gebühren könnten die Strompreise nun für die privaten Kunden im Jahr um durchschnittlich 30 Euro ansteigen. Der genaue Betrag kann regional unterschiedlich ausfallen, weil es bei den bisherigen Rabatten für die Transportgebühren ebenfalls Unterschiede gab. Besonders kleine und mittlere Betriebe, die in den vergangenen Jahren viel Geld in die Reduzierung ihres Stromverbrauchs investiert haben, fühlen sich durch die Neuregelung ebenfalls benachteiligt. So zeigen die Gewerbetreibenden wenig Verständnis dafür, dass die Unternehmen, die den meisten Strom verbrauchen, von Kosten befreit werden, während die sparsamen Gewerbetreibenden mit höheren Strompreisen zu kämpfen haben. Ähnlich äußerten sich die Wirtschaftsverbände VDK und ZDH gegenüber der „Frankfurter Rundschau“.



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