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Castor erreicht sein Ziel – Diskussion um Atommüll geht weiter

Castor erreicht sein Ziel – Diskussion um Atommüll geht weiter29.11.2011, 13:25 Uhr

  Der diesjährige Castor-Transport hat sein Ziel im niedersächsischen Wendland erreicht. Nach einer neuen Rekordzeit von 125 Stunden traf der Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage von La Hague am späten Montagabend in Gorleben ein. Immer wieder hatten die zahlreichen Blockaden der Castor-Gegner für Verzögerungen gesorgt. Neben der zusätzlichen Zeit, die der Transport in Anspruch nahm, gingen auch die Kosten nach oben. Unterdessen geht der Streit um die Suche für ein atomares Endlager weiter. Die Aktivisten befürchten, dass die Einlagerung von Atommüll im Zwischenlager Gorleben bereits Fakten für die Endlagersuche schaffen könnte. Nach über 30 Jahren hatte Bundesumweltminister Röttgen (CDU) kürzlich einen Neustart bei der Suche nach einem Endlager verkündet, bei dem alle Optionen offen seien.
 

Politisches Nachspiel nach Castor-Transport gefordert

Der aktuelle Castor-Transport hat aber auch eine andere Seite: Die Eskalation der Gewalt war dieses Mal deutlicher spürbar als in den Vorjahren. Sowohl die Polizei als auch die Demonstranten beklagen diesen Zustand und werfen sich gegenseitiges Versagen vor. So kritisierte der Chef der Polizeigewerkschaft GdP, Bernhard Witthaut, dass der Hass und die Gewalt, die den Kollegen von autonomer Seite entgegenschlugen, ohne Beispiel gewesen sei. Besonders betroffen zeigte er sich über die Tatsache, dass sich Politiker und Bürgerinitiativen nicht ausreichend von der Gewalt distanziert hätten, so Witthaut. Er forderte ein politisches Nachspiel, den dieser Castor-Transport haben müsse.
 

Atommüll-Gegner mit erhöhter Gewaltbereitschaft

Die Atomkraftgegner sehen es naturgemäß etwas anders und werfen ihrerseits der Polizei eine überzogene Anwendung von Gewalt vor. Nach ihren Angaben seien 355 Castor-Gegner verletzt worden, davon fünf sogar schwer. Die Bürgerinitiativen stellten eine größere Nervosität und Aggressivität bei der Polizei fest. Die Polizei hingegen findet den Einsatz von Wasserwerfern und ähnliche Maßnahmen angesichts von 100 verletzten Polizisten nicht überzogen. Aus den Reihen der Demonstranten waren beispielsweise Feuerwerkskörper und brennende Strohballen, aber auch mit Nägeln besetzte Golfbälle auf die Polizeikräfte geworfen worden. Besonders gegenüber den zahlreichen Sitzblockaden sei die Polizei aber sehr besonnen vorgegangen, so der Innenminister von Niedersachsen, Schünemann.



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