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Stromanbieter: Hamburg kauft Stromnetz-Anteile von Vattenfall30.11.2011, 15:23 Uhr
Für rund 463 Millionen Euro will die Stadt Hamburg dem Stromanbieter Vattenfall Anteile am Stromnetz und am Fernwärmegeschäft abkaufen. Dafür erhält die Hansestadt jeweils 25,1 Prozent der Anteile. Dies teilten die Stadt und der Energiekonzern mit. Dabei soll der Stromanbieter die Betriebsführung behalten und der Stadt Hamburg eine Garantiedividende von jeweils 4 Prozent bezahlen. Darüber hinaus erwirbt der Stadtstaat auch 25,1 Prozent der Anteile des Gasnetzes des Energieversorgers E.ON Hanse. Hierfür werden weitere 80 Millionen Euro gezahlt. Ziel der Stadt ist die gemeinsame Entwicklung eines Kraftwerkskonzepts mit den beiden Stromanbietern, mit dem beispielsweise überschüssiger Ökostrom aus Windkraftanlagen in Form von Wärme gespeichert werden kann.
Viele Kommunen steigen als Stromanbieter in den Markt ein
Hamburg folgt dem Beispiel zahlreicher kleinerer Kommunen. Immer mehr Stadtwerke kaufen die vor rund zehn Jahren an die großen Stromanbieter abgetretenen Versorgungsnetze für Gas und Strom zurück, nachdem die Laufzeiten der Verträge ausgelaufen sind. Mit der Übernahme von Teilen oder ganzen Netzen möchten die Kommunen größeren Einfluss auf die Gestaltung der Gas- und Strompreise ausüben und dabei den Wettbewerb am Strommarkt verstärken. Darüber hinaus stellt die Tätigkeit als kommunaler Stromanbieter eine lukrative Einnahmequelle dar, welche in Zeiten klammer Haushaltskassen mehr als gelegen kommt.
Gas- und Strompreise bei regionalen Versorgern oft höher
Für die Kunden hat die kommunale Beteiligung an Gas- und Stromnetzen langfristig ebenfalls Vorteile, weil die Monopole vieler großer Versorger auf diese Weise in ganzen Regionen aufgeweicht werden können. Allerdings ist nicht kurzfristig mit einer Reduzierung der Gas- oder Strompreise zu rechnen, nur weil eine Stadt oder Gemeinde Anteile an den Versorgungsnetzen erwirbt. Für Kunden ist es daher immer eine gute Idee, über den Tellerrand der örtlichen Versorger hinaus zu blicken. Denn immerhin gibt es mittlerweile an beinahe jedem Wohnort in Deutschland Dutzende von Alternativen, was den möglichen Wechsel zu einem anderen Gas- oder Stromanbieter betrifft. Mit Hilfe eines kostenlosen Stromrechners können die günstigsten Strompreise leicht ermittelt werden, was angesichts der Tatsache, dass sich besonders beim ersten Wechsel viel Geld sparen lässt, eine Selbstverständlichkeit für alle Verbraucher sein sollte.