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Stromanbieter RWE setzt auf Kapitalerhöhung um mehrere Milliarden06.12.2011, 16:36 Uhr
Eigentlich ist der Zeitpunkt für eine Kapitalerhöhung angesichts der angespannten Lage der Aktie des Energiekonzerns RWE nicht gerade ideal, doch der Stromanbieter benötigt dringend Geld, um notwendige Investitionen stemmen zu können. Diese Ausgaben werden unter anderem durch die Energiewende verursacht, denn für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze werden für die großen Stromkonzerne Kosten in Milliardenhöhe anfallen. Die Kapitalerhöhung erscheint daher für die Leitung des RWE-Konzerns als geeignetes Mittel, um die Kassen zu füllen. An der Börse wurde dieses Vorhaben allerdings nicht sonderlich begeistert aufgenommen. Zeitweise verlor das DAX-Unternehmen um bis zu 12 Prozent an Wert.
Stromanbieter zieht Vorhaben trotz schlechter Aktienlage durch
Auch der Erlös aus der Kapitalerhöhung entspricht nicht ganz den ursprünglichen Plänen. Der Stromanbieter hatte einen Betrag von rund 2,5 Milliarden Euro angestrebt, der durch die Platzierung von 80,4 Millionen Aktien an „institutionelle Investoren“ erzielt werden sollte, wie das Unternehmen mitteilte. Dieses Ziel wird offenbar etwas verfehlt, so dass der letztliche Gesamtbetrag voraussichtlich etwas mehr als zwei Milliarden Euro betragen wird. Schon im August hatte der Energiekonzern angekündigt, durch eine Kapitalerhöhung an mehr Geld kommen zu wollen. Der im Laufe des kommenden Jahres ausscheidende RWE-Chef Jürgen Großmann hatte angesichts der bevorstehenden Investitionen immer wieder deutlich gemacht, dass der Verkauf ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten an den Finanzmärkten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollte.
8.000 Stellen sollen beim Stromanbieter wegfallen
Wie die Aktien der anderen großen Stromanbieter auch, hatten die Werte von RWE im Zuge der Atomkatastrophe von Fukushima im weiteren Verlauf des Jahres deutlich nachgegeben. Nachdem dann auch noch der Atomausstieg in Deutschland beschlossen wurde, verloren die Anteile der beiden größten Energiekonzerne E.ON und RWE besonders stark an Wert. Die leichte Erholung, die in den letzten Monaten zu verzeichnen war, wurde nun im Rahmen der Kapitalerhöhung genutzt, um mehr Geld für die Investitionen zu generieren. Außerdem rechnet der Stromanbieter mit einem Betrag von rund acht Milliarden Euro, die durch die Aufgabe von diversen Nebengeschäften eingenommen werden sollen. Insgesamt will der Konzern mit diesen Maßnahmen seine finanzielle Situation auf ein solideres Fundament stellen. Als Teil dieses Konzepts ist auch ein umfassender Personalabbau geplant, der mehr als 8000 der insgesamt 72.000 Arbeitsplätze im Konzern betreffen wird.