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Stromanbieter EnBW bekommt neuen Chef – Villis macht nicht weiter07.12.2011, 13:18 Uhr
Nach mehr als vier Jahren will der Chef des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, seinen Posten aufgeben. Wie der Manager am Dienstag in Karlsruhe bekanntgab, habe er dem Aufsichtsrat des Unternehmens mitgeteilt, dass er seinen im Herbst 2012 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Damit setzt der 53-jährige Villis einen Schlusspunkt in der Diskussion bezüglich eines Führungswechsels beim drittgrößten Stromanbieter Deutschlands. Zuvor hatte er bereits mehrfach klargemacht, dass er noch im Verlauf dieses Jahres ein Signal der Eigentümer erwartet, ob diese den Vertrag mit ihm verlängern möchten. Ein solches Signal hat es aber offenbar nicht gegeben.
Villis könnte Stromanbieter schon früher verlassen
Neben dem Kommunalverband OEW ist das Land Baden-Württemberg der Haupteigentümer des Energieversorgers; beide halten jeweils 46,5 Prozent der Anteile. Villis gilt seit vielen Jahren als großer Unterstützer der Atomenergie, was die Zusammenarbeit mit der neuen grün-roten Landesregierung nicht einfacher gemacht hat. Ende 2010 hatte noch die alte Landesregierung unter CDU-Ministerpräsident Mappus die Übernahme des Stromanbieters eingeleitet – also noch vor dem Atomausstieg. Der Vertrag von Villis läuft im September 2012 aus. Er begründete seine Entscheidung damit, dass er nicht mehr vom ungeteilten Vertrauen des Aufsichtsrats ausgehen könne. Dass Villis tatsächlich noch bis zum Auslaufen des Vertrags im Amt bleibt, erscheint den meisten Beobachtern unwahrscheinlich.
Stromanbieter schreibt rote Zahlen
Wer die Nachfolge als Chef beim Stromanbieter EnBW antreten wird, blieb vorerst unklar. Der zuständige Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) erklärte in einer ersten Reaktion gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass er den Schritt mit Respekt zur Kenntnis nehme. Ein Nachfolger sei noch nicht bestimmt worden. Über diese Frage soll Schmid zufolge gemeinsam mit dem anderen Haupteigentümer OEW in einem Suchverfahren entschieden werden, welches vom Aufsichtsratschef Hoffmann geleitet werden soll. Wegen des Atomausstiegs und der damit verbundenen Abschaltung von zwei der vier Atomkraftwerke von EnBW hat der Stromanbieter mit großen finanziellen Verlusten zu kämpfen.