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Atomkonzern Areva streicht bis zu 1.500 Stellen in Deutschland13.12.2011, 15:10 Uhr
Der Atomausstieg fordert weitere Opfer auf Seiten der Arbeitnehmer. So könnte man es jedenfalls deuten, wenn man die Nachrichten der letzten Tage sieht. Sowohl Deutschlands größter Stromanbieter E.ON als auch sein Konkurrent RWE wollen mehrere tausend Arbeitsplätze streichen – auch wegen des Atomausstiegs. Zwar betonen die Unternehmen, diesen Stellenabbau nach Möglichkeit sozialverträglich und ohne direkte Entlassungen über die Bühne zu bringen, doch wird sich in jedem Fall für viele Beschäftigte etwas ändern. Nun hat auch der französische Atomkonzern Areva offenbar vor, innerhalb der kommenden fünf Jahre bis zu 1.500 Stellen in Deutschland abzubauen.
Areva ist Weltmarktführer bei Atomkraftwerken
Wie die französische Zeitung „Le Figaro“ berichtet, bestätigte der Areva-Chef Luc Oursel entsprechende Medienberichte. Schon zuvor hatten Arbeitnehmervertreter des Unternehmens ähnliche Zahlen genannt. Als Grund für den Stellenabbau werden die massiven Verluste genannt, die nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima den Atomkonzern getroffen haben. Hinzu kommen massive Wertberichtigungen, die zu großen Verlusten geführt haben. Der Weltmarktführer in Sachen Atomkraftwerke gehört zu 87 Prozent dem französischen Staat und beabsichtigt nun, bis zum Jahr 2015 rund eine Milliarde Euro einzusparen. Insgesamt beschäftigt Areva rund 6.000 Mitarbeiter in Deutschland.
Atomausstieg hat Areva hart getroffen
Areva ist am Bau vieler Atomkraftwerke in aller Welt beteiligt. Der deutsche Siemens-Konzern hatte erst kürzlich seine Beteiligung an dem Konzern abgestoßen. Noch zu Beginn des Jahres waren die Aussichten für die Atomkonzerne eigentlich noch sehr gut, zumal gerade in Deutschland die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke verabschiedet worden war. Die Katastrophe in Japan mit der folgenden Kernschmelze im Atomkraftwerk von Fukushima hat die gesamte Branche hart getroffen. Speziell in Deutschland habe der recht hastige Atomausstieg die Unternehmen völlig unvorbereitet in finanzielle Schwierigkeiten gestoßen, beklagen die Firmen.