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Strompreise: Oettinger rechnet mit stetigem Anstieg bis 203014.12.2011, 17:38 Uhr
Die Verbraucher werden für ihren Strom auf lange Sicht immer höhere Tarife zahlen müssen. Dieser Ansicht ist der deutsche EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger (CDU). Gegenüber der „Financial Times Deutschland“ erläuterte er, dass die Strompreise voraussichtlich erst ab 2030 wieder fallen oder zumindest stabil bleiben könnten. Dies hänge mit den für die Energiewende erforderlichen Investitionen zusammen, die aktuell notwendig seien. Die jetzigen Investitionen würden auf höhere Preise hinauslaufen, so Oettinger, der seine Meinung im Hinblick auf den Energie-Fahrplan kundtat, den die Europäische Union in dieser Woche verabschieden möchte.
Private Verbraucher müssen sich auf höhere Strompreise einstellen
Mit der Einschätzung, dass die Strompreise langfristig steigen werden, steht Oettinger nicht alleine da. Namhafte Experten aus der Energiewirtschaft stimmen dieser Analyse zu, so zum Beispiel das Berliner Analysehaus Energy Brainpool. Dessen Geschäftsführer Federico wies in der „Augsburger Allgemeinen“ darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert werden müsse, ebenso wie der Netzausbau auf Kosten der Verbraucher stattfinden werde. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erwartet, dass die Strompreise für private Verbraucher um bis zu 20 Prozent steigen könnten – und das bis zum Jahr 2022.
Können Verbraucher die Strompreise beeinflussen?
Zuvor hatte auch der scheidende Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, auf die Kosten des Netzausbaus hingewiesen. Er hält allerdings die daraus resultierende Belastung der Verbraucher für eher moderat, weil die zu finanzierende Summe der Investitionen in neue Stromnetze über einen langen Zeitraum von mindestens zehn Jahren gestreckt werden wird und daher nicht auf einmal anfällt. Insofern sollten die Strompreise aus diesem Grund nur sehr gering für den einzelnen Verbraucher steigen. Großes Potenzial für Einsparungen liegen aber seiner Ansicht nach in einem Wechsel der Stromanbieter. Durch eine Verschärfung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt durch den Druck der Kunden könnten die Strompreise vielleicht sogar stärker beeinflusst werden als durch alle anderen Faktoren, zumal die Großhandelspreise an der Strombörse derzeit rückläufig sind.