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Stromanbieter EnBW muss keine Anteile von VNG kaufen15.12.2011, 14:58 Uhr
Der finanziell angeschlagene Energiekonzern EnBW hat einen Sieg über den Oldenburger Stromanbieter EWE errungen. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung gab es nach Aussage des Geschäftsführers der kommunalen Beteiligungsgesellschaft VUB eine einstimmige Entscheidung darüber, dass EnBW derzeit nicht die Anteile des Leipziger Gasimporteurs VNG von EWE übernehmen muss. Dies sagte der Geschäftsführer der Nachrichtenagentur dpa.
Stromanbieter soll Anteile des Gasimporteurs übernehmen
Hintergrund des Streits ist die Zusage von EnBW, die Anteile von VNG zu einem Preis von 1,44 Milliarden Euro von EWE zu übernehmen. Die Zusage wurde seinerzeit anlässlich des Einstiegs des Energiekonzerns beim Oldenburger Stromanbieter gemacht. EWE wollte die Anteile von VNG eigentlich jetzt an EnBW abtreten und die vereinbarte Summe einstreichen. Aufgrund des mittlerweile stark gesunkenen Wertes von VNG hat der Energieriese allerdings derzeit kein Interesse an einem Kauf, zumal EnBW ohnehin finanzielle Schwierigkeiten hat. Der Stromanbieter hat nach dem Atomausstieg mit erheblichen Verlusten zu kämpfen, nachdem zwei der vier Atomkraftwerke des Unternehmens abgeschaltet werden mussten.
Hauptversammlung sollte Druck auf Stromanbieter EnBW ausüben
Mit der nun einberufenen Hauptversammlung wollte EWE eigentlich Druck auf EnBW ausüben, die Anteile des Gasimporteurs VNG zum vereinbarten Preis übernehmen zu müssen. Nach der Abstimmung kann der Stromanbieter EnBW jedoch zunächst aufatmen. Ganz aus der Welt ist die Sache dennoch nicht. Ein Sprecher von EWE sagte, dass man nichts verloren habe und auch nach der Abstimmung der Hauptversammlung sämtliche Optionen nach wie vor offen seien. Wie genau das weitere Vorgehen aussehen wird, blieb zunächst unklar.