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Bundesnetzagentur: Strompreise werden zu stark erhöht19.12.2011, 14:36 Uhr
Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, steht kurz vor der Ablösung durch Jochen Homann, seines Zeichens derzeit noch Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Im Februar wird die Regulierungsbehörde also einen neuen Präsidenten bekommen. Kein Grund für Kurth, sich deswegen jetzt schon aus der aktuellen Diskussion um die Strompreise herauszuhalten. Seiner Ansicht nach haben die Stromanbieter die Tarife zu stark angehoben. Die Verbraucher sollten Kurth zufolge mit Hilfe einer Gesetzesänderung deutlich entlastet werden. Viele Energieversorger hatten in den letzten Wochen teilweise erhebliche Preiserhöhungen angekündigt und dies mit den Kosten für den Stromtransport begründet.
Neues Gesetz könnte zu Entlastung bei Strompreisen führen
Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ erklärte der scheidende Bundesnetzagentur-Präsident, dass für viele Stromanbieter, welche die Strompreise wegen höherer Transportkosten angehoben haben, dieser Grund bald wieder entfallen werde. Eine solche Strompreiserhöhung habe also keinen Bestand, so Kurth. Der Bundestag plane derzeit eine Gesetzesänderung, die es der Bundesnetzagentur ermöglichen würde, bei der Genehmigung der Netzentgelte in Zukunft auch den jeweiligen Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber miteinzubeziehen. Für die Verbraucher könnte dies zu einer finanziellen Entlastung in Milliardenhöhe führen, sagte Kurth weiter.
Aktuelle Erhöhung der Strompreise ohne Bestand?
Käme das neue Gesetz nicht, müssten die Verbraucher nach Einschätzung des Präsidenten der Bundesnetzagentur mit einer Erhöhung der Strompreise um insgesamt bis zu 2 Milliarden Euro rechnen. Mit dem Gesetz hingegen könnten die Netzbetreiber höchstens noch einen Restbetrag von rund 500 Millionen Euro auf die Stromkunden umlegen, schätzt Kurth. Viele Stromanbieter haben ihre Kunden in den vergangenen Wochen mit der Ankündigung einer neuerlichen Erhöhung der Strompreise überrascht. Nach der bereits erheblichen Strompreiserhöhung vom vergangenen Jahr hatten die Verbraucher eigentlich nicht schon wieder mit derartigen Preissprüngen gerechnet. Vor einem Jahr war der starke Anstieg der EEG-Umlage Grund für die meisten Tariferhöhungen. Verbraucherzentralen und die Bundesnetzagentur empfehlen den Stromkunden, die Stromanbieter und ihre Strompreise stärker zu vergleichen und den Versorger gegebenenfalls zu wechseln.