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Große Stromanbieter wollen knapp 20.000 Stellen streichen

Große Stromanbieter wollen knapp 20.000 Stellen streichen20.12.2011, 11:32 Uhr

  Bei den großen Energieversorgern stehen die Zeichen derzeit auf Sparprogramm. Die finanziellen Einbußen durch den Atomausstieg sind ihren Angaben zufolge ein Auslöser dafür, aber längst nicht der einzige Grund. So hatten sowohl E.ON als auch RWE schon vor der Energiewende die Umstrukturierungen ihrer Unternehmen angekündigt. Der Umfang der Sparmaßnahmen, der die Streichung von insgesamt bis zu 19.000 Stellen beinhaltet, dürfte allerdings durch die Energiewende stärker ausgefallen sein. Auch die Politik macht sich inzwischen Gedanken um diese Entwicklung. So fordert die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, die Stromanbieter auf, den Abbau von Arbeitsplätzen ohne Entlassungen über die Bühne zu bringen.
 

Stromanbieter wollen Umbau sozialverträglich gestalten

Gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ erklärte Kraft, dass sie von den beiden Energiekonzernen erwarte, die strukturellen Veränderungen ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen. Die beiden Stromanbieter RWE und E.ON haben in den vergangenen Wochen angekündigt, einen umfassenden Stellenabbau in ihren Konzernen durchführen zu wollen. Bei RWE sollen etwa 8000 Arbeitsplätze durch Einsparungen und Verkäufe von Unternehmensteilen gestrichen werden. Allein die Kraftwerkstochter RWE Power will 1000 Stellen in einem Zeitraum von fünf Jahren abbauen. Bei E.ON sollen in aller Welt 11.000 Stellen eingespart werden, wovon etwa 6000 auf deutsche Standorte entfallen sollen. Beide Energiekonzerne haben bekräftigt, diese Maßnahmen möglichst sozialverträglich zu gestalten. Dies soll beispielsweise durch Vorruhestand oder den Transfer von Mitarbeitern in Auffanggesellschaften geschehen.
 

Strompreise müssen bezahlbar bleiben

Weiterhin sprach sich Ministerpräsidentin Kraft für bezahlbare Strompreise aus. Die Bürger müssten in der Lage sein, ihre Stromrechnung zu zahlen, während energieintensive Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit behalten müssten. Dies sei nur mit möglichst effizienten Gas- und Kohlekraftwerken möglich, die noch über viele Jahre benötigt würden, so Kraft. Kritik übte die Politikerin an der Energiewende der Bundesregierung. Durch Verzögerungen bei der Umsetzung und dem Fehlen klarer politischer Vorgaben sei es schwierig für die Wirtschaft, verlässlich zu planen. Dies habe zur Folge, dass die Industrie wichtige Investitionen zurückstelle, was sich wiederum schädlich auf den Standort Deutschland auswirke.



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