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Stromanbieter EnBW verkauft Kraftwerksbeteiligungen

Stromanbieter EnBW verkauft Kraftwerksbeteiligungen22.12.2011, 12:31 Uhr

  Der finanziell angeschlagene Stromanbieter EnBW will Kraftwerksbeteiligungen im Wert von 301 Millionen Euro an seinen ehemaligen Mutterkonzern, den französischen Energieriesen EdF, verkaufen. Wie EnBW an seinem Stammsitz in Karlsruhe mitteilte, haben beide Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Sie sieht vor, dass EdF künftig 32,45 Prozent am polnischen Kohlekraftwerk Rybnik übernimmt. Außerdem erwerben die Franzosen einen Anteil von 15,59 Prozent am Heizkraftwerk von Kogeneracja in Breslau. Allerdings ist das Geschäft noch Gegenstand von kartellrechtlichen Vorbehalten. Wie der scheidende Vorstandschef von EnBW, Hans-Peter Villis, erklärte, will sich der Stromanbieter künftig auf ausgesuchte Märkte im Ausland konzentrieren.
 

Untersuchungsausschuss zur Stromanbieter-Übernahme nimmt Arbeit auf

EnBW hat nach dem Atomausstieg mit diversen finanziellen Problemen zu kämpfen. Erst diese Woche wurde gemeldet, dass die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von der Ratingagentur Moody´s trotz einer Finanzspritze des Landes Baden-Württemberg herabgestuft wurde. Das Bundesland hält einen Großteil der Aktien beim Stromanbieter, nachdem vor einem Jahr der damalige CDU-Ministerpräsident Mappus den Kauf am Parlament vorbei eingefädelt hatte. Genau um dieses umstrittene Vorgehen geht es beim Untersuchungsausschuss, der am Mittwoch seine Arbeit aufgenommen hat. Der Erwerb der EnBW-Anteile vom französischen Stromanbieter EdF hat das Bundesland seinerzeit rund fünf Milliarden Euro gekostet. Mappus hielt den Kauf angesichts der Laufzeitverlängerung für eine gute Idee. Dass der Atomausstieg und die Energiewende den Konzern aber derart in die Verlustzone bringen würden, war damals nicht vorauszusehen.
 

Mappus will sich gegen Vorwürfe wehren

Dem Untersuchungsausschuss geht es aber weniger um die Motivation für den Kauf der Anteile, sondern um das Vorgehen der damaligen schwarz-gelben Landesregierung, die mittlerweile von einer grün-roten Koalition abgelöst wurde. Diese neue Landesregierung hat dem Ausschuss zugesagt, spätestens bis zum 26. Januar 2012 den angeforderten Bericht vorzulegen. Schon vorher sollen dem Gremium allerdings wichtige Akten betreffend der Übernahme des Stromanbieters übergeben werden. Am Donnerstag sagte der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) der Zeitung „Stuttgarter Nachrichten“, dass er nicht länger bereit sei, die negativen Äußerungen der grün-roten Regierung über sein Verhalten zu akzeptieren. Er habe schon vor Wochen die Landesregierung gebeten, ihn von seiner Verschwiegenheitspflicht zu entbinden, damit er sich gegen die Vorwürfe verteidigen könne. Der Untersuchungsausschuss tagt erst wieder am 3. Februar 2012.



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