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Jahresrückblick: 2011 war ein wichtiges Jahr für Stromanbieter27.12.2011, 13:24 Uhr
Ein Rückblick auf die Ereignisse des Jahres ist im Moment überall zu finden – und ganz besonders auf dem Energiesektor haben sich viele Ereignisse direkt ausgewirkt. Im Januar stand der Markt ganz im Zeichen hoher Strompreise. Die EEG-Umlage diente den meisten Stromanbietern für eine kräftige Erhöhung der Tarife. Aber auch die Kunden reagieren immer öfter mit einem Stromanbieterwechsel – selten war die Nachfrage bei den seriösen Stromrechnern so groß wie 2011. Vor allem die großen Stromanbieter erhofften sich ein weiteres erfolgreiches Jahr und hatten allen Grund zum Optimismus, denn schließlich hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung erst wenige Wochen zuvor die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke beschlossen. In Baden-Württemberg freute sich daher der CDU-Ministerpräsident Mappus über den gelungenen Deal, das Land zum Haupteigentümer bei EnBW zu machen.
Fukushima – der Wendepunkt in der Energiepolitk
Doch das war alles vor dem 11. März. An diesem Tag erschütterte ein Erdbeben weite Teile Japans. Vor allem der folgende Tsunami forderte nicht nur eine Vielzahl an Menschenleben, sondern verursachte eine weitere Katastrophe. Durch Überschwemmungen war das Atomkraftwerk Fukushima plötzlich ohne Stromversorgung, wodurch die Kühlsysteme der Reaktoren versagten. Über mehrere Tage hinweg versuchten die Mitarbeiter, die Situation zu beherrschen, doch die Kernschmelze in drei Reaktoren war nicht mehr zu stoppen. Noch immer gilt die Situation nicht als völlig kontrolliert, große Teile der Umgebung sind radioaktiv verseucht und Tausende mussten ihre Wohnungen verlassen. In Deutschland hatte das Unglück direkte Auswirkungen: Bundeskanzlerin Merkel (CDU) verkündete zunächst ein Atom-Moratorium und ließ die ältesten Atomkraftwerke abschalten. Wenige Wochen später war ein genereller Atomausstieg und der Beginn einer Energiewende beschlossen, welche die Abschaltung aller Atomkraftwerke in Deutschland bis zum Jahr 2021 vorsieht – acht Atommeiler sind bereits vom Netz und bleiben dies auch in Zukunft.
Große Stromanbieter von Atomausstieg gebeutelt
Die großen Stromanbieter wurden von diesen Ereignissen überrascht und büßten an den Börsen stark an Wert ein. Durch den Ausfall der Stromproduktion in den Atomkraftwerken mussten nicht nur die Importe aus dem europäischen Ausland erhöht werden; auch die Gewinne brachen den Energiekonzernen weg. Der größte deutsche Stromanbieter E.ON hat in der Konsequenz ein Sparprogramm verabschiedet, das bis zu 11.000 Arbeitsplätze weltweit kosten wird. Die Konkurrenten RWE, Vattenfall und EnBW haben ähnliche Probleme. Während man im Sommer darüber rätselte, ob die Stromversorgung in einem weiteren kalten Winter noch zu gewährleisten sein wird, rückten die Ökostrom-Anbieter immer weiter vor auf den Beliebtheitslisten – ein Effekt, der inzwischen durch hohe Strompreise wieder relativiert ist, denn viele Kunden sehen nach wie vor den günstigsten Anbieter als die beste Alternative an.
Wenn der Stromanbieter pleite geht
Dass auch das nicht immer der Weisheit letzter Schluss sein muss, erfuhren die Kunden des Billig-Stromanbieters TelDaFax. Schon Ende vergangenen Jahres hatte es Gerüchte über eine Insolvenz gegeben, die von der Firmenleitung immer wieder dementiert wurden. Doch im Jahr 2011 war es nicht mehr zu leugnen: Das Pyramidensystem, bei dem die Neukunden quasi die Lieferungen für die Altkunden bezahlten, brach zusammen. Immer mehr Netzbetreiber sperrten ihre Liefergebiete für TelDaFax und schließlich musste der Stromanbieter Insolvenz anmelden. Hier rächt sich das Vorkasse-Modell, denn die Kunden, die bereits ihren Strom bezahlt haben, müssen diesen nun bei einem anderen Versorger erneut bezahlen – und die Chancen, von TelDaFax Geld erstattet zu bekommen, sind eher gering.
Energiewende: Revolution oder Flop?
Der Strommarkt bleibt auf jeden Fall spannend – das ist die einzig sichere Prognose, die man treffen kann. Stadtwerke schließen sich zusammen, um die großen Stromanbieter herauszufordern. Ökostrom ist auf dem Vormarsch und die Energiewende wird mit dem notwendigen Bau neuer Stromleitungen langfristig zu einer kleinen Revolution in Deutschland führen. Die Strompreise werden nach Ansicht der meisten Experten dadurch zunächst steigen, weil Investitionen notwendig sind. Aber auf lange Sicht könnte die Dezentralisierung auch Einsparungen für die Kunden bringen – Stichwort Smart Grids. Intelligente Stromnetze und Geräte sollen künftig mit flexiblen Tarifen den Kunden Geld sparen. Ob die Energiewende aber so einfach gelingen wird, ist eine andere Frage – denn Fakt ist, dass die Stromversorgung in Deutschland derzeit nur durch Importe aus anderen Ländern gewährleistet werden kann. Und dieser Strom kommt sehr oft aus Atomkraftwerken. Zudem haben bisher die meisten Länder in Sachen Atomausstieg abgewunken. Lediglich Belgien und die Schweiz haben vorsichtige Pläne, sich von der Atomenergie zu verabschieden. Stromkunden sollten jedenfalls ihrem Stromanbieter mehr auf die Finger schauen – vor allem, was die Strompreise angeht. Denn der Wettbewerb ist längst noch nicht wirklich in Gang gekommen. Was 2012 auch bringen wird – den günstigsten Stromanbieter findet man stets mit einem seriösen Stromrechner.