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Stromanbieter RWE federt Atomverluste mit Braunkohle ab02.01.2012, 11:14 Uhr
Nachdem die vier großen Stromanbieter im vergangenen Jahr einen Teil ihrer Atomkraftwerke abschalten mussten, gingen ihre Gewinne schlagartig zurück. Nicht nur der direkte Ausfall bei der Stromerzeugung fiel hierbei ins Gewicht, sondern auch die Einbußen, die durch Rückgänge bei den Aktienwerten verursacht wurden. Die Anleger sahen ihre bislang guten Gewinnaussichten durch die nun ausgefallene Laufzeitverlängerung plötzlich in Gefahr und sorgten damit auch insgesamt für einen Wertrückgang der großen Energiekonzerne. In der Folge kündigten sowohl E.ON als auch RWE bereits einen harten Sparkurs an, der von Stellenabbau begleitet ist. Zumindest setzen sie bereits zuvor geplante Sparmaßnahmen sehr viel konsequenter um. Bei RWE scheint jedoch die Stromerzeugung durch Braunkohle einen Teil der Einbußen abfangen zu können.
Braunkohle bringt dem Stromanbieter mehr Geld als erwartet
Wie die „Börsen-Zeitung“ Ende vergangener Woche unter Berufung auf informierte Konzernkreise berichtete, werde die Ergebnisbelastung durch den Atomausstieg für den Stromanbieter erheblich geringer ausfallen als zunächst erwartet. Verantwortlich dafür sei die positive operative Entwicklung bei der Erzeugung von Strom aus Braunkohle. Durch die Stilllegung der Atomkraftwerke stieg offenbar die Produktion bei konventionellen Kraftwerken entsprechend stark an, weswegen speziell in den Braunkohlekraftwerken des Energiekonzerns RWE mehr Strom produziert wurde als im Vorjahr, berichtete die Zeitung. Außerdem seien die Gewinnmargen durch einen Preisverfall bei den wichtigen CO2-Zertifikaten größer geworden. Auf die Sparpläne des Unternehmens dürfte dies aber zunächst keine Auswirkungen haben; zumindest wurde diesbezüglich nichts bekannt.
Stromanbieter beendet Gespräche mit Gazprom
Inzwischen wurde auch bestätigt, dass die Verhandlungen zwischen dem Stromanbieter RWE und dem russischen Energiekonzern Gazprom über eine Zusammenarbeit ergebnislos beendet wurden. Beide Unternehmen hatten eine Kooperation beim Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke in Erwägung gezogen und entsprechende Gespräche geführt. Obwohl diese Verhandlungen nach Angaben von RWE-Chef Großmann durchaus konstruktiv gewesen seien, konnte man sich jedoch nicht auf für beide Seiten akzeptable Rahmenbedingungen einigen. Diese Entwicklung hat viele Beobachter überrascht, denn eigentlich waren beide Unternehmen an einer solchen Kooperation interessiert. Während RWE nach Wegen sucht, neue Geldmittel für Investitionen in die Energiewende aufzutreiben, will Gazprom sich auf dem deutschen und europäischen Energiemarkt nicht länger nur als Gaslieferant, sondern mittelfristig auch als Stromanbieter einen Namen machen.