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Bundesnetzagentur: Strompreise müssen zu intelligenten Netzen passen03.01.2012, 14:30 Uhr
Die neuen intelligenten Stromnetze sollen den Kunden in Zukunft dabei helfen, Geld zu sparen, weil sie mit entsprechenden vernetzten Geräten über eine Nutzung zu besonderen Zeiten günstigere Stromtarife nutzen können. So kann die Waschmaschine programmiert werden, erst dann anzuspringen, wenn der Stromanbieter gerade niedrige Strompreise anbietet. Über solche flexiblen Tarife wird es umgekehrt für die Stromanbieter möglich, die Einspeisung von Strom in die Netze besser zu steuern und Überlastungen in Spitzenzeiten zu reduzieren. So weit in der Theorie. In der Wirklichkeit gibt es zwar inzwischen intelligente Stromzähler, doch die Anschaffung der teuren Geräte für Smart Grid schreckt viele Verbraucher noch ab. Zudem gibt es auch noch kaum Haushaltsgeräte auf dem Markt, welche auf die intelligenten Netze abgestimmt sind.
Stromanbieter müssen in Verteilnetze investieren
Solange aber keine Nachfrage besteht, zögern die Stromanbieter mit dem Ausbau der intelligenten Netze. Auch die Installation der neuen Stromzähler kommt kaum in Gang. Zwar sind sie in Neubauten inzwischen vorgeschrieben, doch kaum ein Stromkunde hat momentan Interesse an einer teuren Nachrüstung, wenn es noch gar keine Möglichkeiten gibt, entsprechend flexible Strompreise zu nutzen. Genau dieses Problem muss der Bundesnetzagentur zufolge aber gelöst werden. In einem Eckpunktepapier zu den intelligenten Stromnetzen fordert sie die Stromanbieter dazu auf, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen und den Kunden die notwendigen Tarife anzubieten. Vor allem die lokalen Verteilnetze müssten auf diese neuen Herausforderungen ausgelegt werden, so die Behörde.
Smart Grid ist bei Übertragungsnetzen schon Wirklichkeit
In den Verteilnetzen müssten die Kapazitäten dringend erhöht werden, um die dezentrale Einspeisung der erneuerbaren Energien problemlos zu ermöglichen. Hierfür sei auf der einen Seite ein physischer Ausbau der Stromnetze mit neuen Leitungen notwendig. Auf der anderen Seite müssten mit flexiblen Tarifen und einer intelligenten Steuerung die Vernetzung der Stromanbieter mit ihren Kunden vorangetrieben werden, sagen die Experten der Bundesnetzagentur. Wenig Möglichkeiten zur Optimierung gebe es bei den Übertragungsnetzen, die für den Transport der Energie über lange Strecken notwendig sind. Hier sei die intelligente Nutzung bereits weit fortgeschritten, so dass weitere Kapazitäten nur durch zusätzliche Leitungen geschaffen werden könnten.