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Niedrigere Strompreise für Großkunden – Privatkunden zahlen mehr

Niedrigere Strompreise für Großkunden – Privatkunden zahlen mehr04.01.2012, 15:57 Uhr

Während private Verbraucher unter den Tariferhöhungen ihrer Stromanbieter stöhnen, können sich Großkunden derzeit auf erheblich sinkende Strompreise einstellen. Nur noch etwa 52 Euro je Megawattstunde werden aktuell an der Strombörse in Leipzig verlangt. Mit dieser Entwicklung liegen die Kosten für Strom derzeit deutlich unter dem Preisniveau, das vor der Atomkatastrophe in Japan vorhanden war. Ursprünglich hatten viele Fachleute mit einer spürbaren Verteuerung von Strom gerechnet, nachdem Deutschland den Atomausstieg verkündete und die ersten Atomkraftwerke im Jahresverlauf 2011 stilllegte. Abgesehen von einem kurzen Preissprung direkt nach der Kernschmelze in Fukushima sind die Strompreise aber zumindest im Großhandel eher gesunken als gestiegen.
 

Strompreise im Großhandel steigen vermutlich nicht so bald

Die Fachleute vom Bundesverband der Verbraucherzentralen sehen die Ursachen für die niedrigen Strompreise für Großkunden in erster Linie in billigeren CO2-Zertifikaten. Deren Kosten waren in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. Außerdem dämpft der zunehmende Anteil der erneuerbaren Energien offenbar die Strompreise an der Börse, weil es immer öfter zu einem Überangebot kommt. Auch in den kommenden Monaten ist demnach nicht mit einer Preissteigerung zu rechnen, weil die eher schwachen Konjunkturerwartungen in der Wirtschaft eine solche Verteuerung weniger wahrscheinlich machen.
 

Privatkunden profitieren nur selten von Preisrutsch an der Strombörse

Wer nicht zum Kreis der Großkunden gehört, kann von den gesunkenen Strompreisen an der Strombörse aber nicht direkt profitieren, jedenfalls nicht kurzfristig. Allenfalls dann, wenn ein Stromanbieter jetzt die niedrigen Kosten nutzt, um Stromkontingente für seine Kunden einzukaufen und bereit dazu ist, diese günstigeren Konditionen auch in niedrigere Endkundentarife umzusetzen, könnten private Kunden ebenfalls mit geringeren Stromkosten rechnen. Allerdings würde sich das erst in einiger Zeit bemerkbar machen, weil die aktuellen Stromkontingente in der Regel noch weit im Voraus zu höheren Preisen eingekauft wurden. Nicht zuletzt sind Energieversorger meist sehr schnell damit, Preissteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben, während eine eventuelle Verbilligung dem Verbraucher eher selten zugute kommt. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, denn einige Stromanbieter orientieren sich bei der Höhe ihrer Strompreise durchaus an kundenfreundlichen Bedingungen. Einen solchen Versorger zu finden, ist für die Kunden ohne einen Strompreisvergleich aber kaum zu bewerkstelligen.



Stromanbieter Stromvergleich Über den Strompreis-Vergleich wurde nicht selten in den Medien geworben. Jedoch nutzen wenige Verbraucher tatsächlich diesen Service und nutzen weiterhin die regionalen Anbieter. Der eigentliche Vergleich ist für den Verbraucher recht einfach. Es sind je nach derzeitigen Kosten Einsparungen von leicht 30 % im Jahr bishin zu über 50 % realisierbar.
Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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