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Verbraucher akzeptieren höhere Strompreise, aber keine Windparks

Verbraucher akzeptieren höhere Strompreise, aber keine Windparks05.01.2012, 17:18 Uhr

Einer Umfrage zufolge ist eine Mehrheit der Deutschen dazu bereit, für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende höhere Strompreise in Kauf zu nehmen. Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hat diesbezüglich eine repräsentative Meinungsumfrage durchführen lassen, deren Ergebnis am Mittwoch in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Demnach würden 61 Prozent der befragten Verbraucher mehr Geld für Strom ausgeben, wenn es dem Vorankommen der Energiewende diene. Dabei stieg die Bereitschaft für höhere Stromtarife mit der Höhe des Nettoeinkommens. Bemerkenswert ist allerdings ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Rund 43 Prozent der Befragten wollen keine Windparks in der näheren Umgebung ihrer Wohnorte haben.
 

Windräder sollen nicht in die eigene Nachbarschaft

Windkraftanlagen gelten für viele Menschen noch immer als Beeinträchtigung der Lebensqualität. Vor allem in unmittelbarer Nähe beschweren sich Anwohner immer wieder über die Geräusche, die von den Windrädern besonders bei starkem Wind erzeugt werden. Dass allerdings speziell bei starkem Wind schon allerhand natürliche Geräusche zu hören sind, die auch niemanden stören, bleibt dabei oft vergessen. Ein weiteres Problem ist der sogenannte „Stroboskop-Effekt“, bei dem der Schattenwurf der Rotoren für eine Art optisches Flackern in den Häusern sorgt, weil sich Licht und Schatten ständig in kurzer Folge abwechseln. Dies wird bei der Aufstellung neuer Windkraftanlagen aber mittlerweile durch vorausschauende Planung in der Regel vermieden.
 

Höhere Strompreise alleine machen keine Energiewende

Die dritte angebliche Beeinträchtigung durch Windkraftanlagen rührt durch ihre pure Präsenz in der Landschaft her, die vielen Leuten ein Dorn im Auge ist. Das ist aber keine neue Erscheinung. Grundsätzlich führte die Industrialisierung schon immer zu Veränderungen in der Landschaft, sei es durch Straßen, Schienen, Stromleitungen und die dazugehörigen Masten oder auch Telefonleitungen, die früher oberirdisch verlegt waren. Befürworter der Windkraftanlagen weisen gerne darauf hin, dass ein paar Windräder auf einem Hügel noch immer besser aussehen als ein Atommeiler am Stadtrand. Und auch der VKU fordert die Menschen zu einem Umdenken auf, da die Energiewende nicht nur durch höhere Strompreise zu bewerkstelligen sein werde, sondern es vor allem auch auf den Ausbau der Infrastruktur ankomme. Immerhin sprechen sich der Umfrage zufolge 54 Prozent der Befragten für den Bau von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft aus, während sich die verbleibenden drei Prozent hierzu noch keine Meinung gebildet haben.



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