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Kurth: Strompreise müssen nicht sprunghaft steigen06.01.2012, 16:22 Uhr
Erneut hat der scheidende Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, seine Ansicht bekräftigt, dass die Energiewende nicht zwangsläufig deutlich höhere Strompreise nach sich ziehen müsse. Gegenüber der „Rheinischen Post“ erläuterte er, dass für den notwendigen Ausbau der Stromnetze zwar ein hoher Milliardenbetrag erforderlich sei, dieser aber nicht etwa innerhalb eines Jahres von den Kunden aufgebracht werde. Vielmehr werde sich die Finanzierung auf mehrere Jahrzehnte erstrecken, weswegen die dafür zu zahlenden „Raten“ entsprechend gering gehalten werden könnten. Aus diesem Grunde, so Kurth, sei nicht mit einer sprunghaften Strompreiserhöhung zu rechnen.
Ökostrom-Anbieter sollen sich am Markt orientieren
Der Präsident der Bundesnetzagentur ging auch auf andere Aspekte der Energiewende ein. Seiner Ansicht nach müssen die Stromanbieter für Ökostrom sich künftig mehr an den Bewegungen am Strommarkt orientieren. Sie dürften sich nicht mehr allzu lange auf garantierte Einspeisevergütungen verlassen, wie sie etwa für Windenergie oder Solarstrom gezahlt würden, so Kurth. Die erneuerbaren Energien seien bereits jetzt schon kein reines Nischenprodukt mehr und etablierten sich immer weiter am Markt. Daher sei es nur folgerichtig, wenn die Einspeisevergütungen schrittweise immer weiter reduziert würden. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung die Förderung von Solarstrom erneut erheblich reduziert. Energieexperten und Verbraucherschützer kritisieren, dass die Einspeisevergütung von allen Stromkunden bezahlt wird, die eingespeiste Strommenge aber nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zur EEG-Umlage steht, aus der die Vergütungen finanziert werden. Die Strompreise sind in den vergangenen Jahren unter anderem wegen der stetig angestiegenen EEG-Umlage mehrfach deutlich erhöht worden.