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Strompreise: Förderung für Solarstrom erneut in der Kritik09.01.2012, 14:20 Uhr
Im vergangenen Jahr gab es wieder einmal Rekorde für die Solarenergie zu verzeichnen. Allein im Dezember wurden noch einmal neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 Megawatt zur Förderung angemeldet – so viele waren es in einem einzigen Monat zuvor noch nie. Insgesamt lag die Leistung der neuen Solaranlagen im Jahr 2011 bei rund 7.500 Megawatt. Eigentlich hatte die Politik einen weiteren Zuwachs begrenzen wollen und die Förderung bereits zurückgefahren. Denn obwohl der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen der Energiewende natürlich auch vom Zuwachs bei Solarstrom profitiert, belastet kaum etwas die Strompreise für die Verbraucher so sehr wie der Solarboom.
China freut sich über Solarförderung hierzulande
Insgesamt spielt Solarenergie bei der Stromerzeugung noch keine sehr große Rolle. Bei der Förderung aber kann man sehr viel Geld kassieren, denn die Einspeisevergütung, die über viele Jahre hinweg garantiert gezahlt wird, finanziert sich über die EEG-Umlage. Letztere wird über die Strompreise erhoben. Ursprünglich sollte damit die damals noch sehr teure Solarenergie unterstützt werden, um sich am Markt etablieren zu können. Heute jedoch sind die Preise für Solarmodule erheblich gesunken, insbesondere durch die starke Konkurrenz aus China. Während also die Solaranlagen wie geschnittenes Brot verkauft werden, profitieren in erster Linie chinesische Fabriken von der Förderung. Hierzulande geht inzwischen ein Produzent für Solarmodule nach dem anderen in die Insolvenz. Mit den niedrigen Preisen aus Fernost können sie bei hiesiger Fertigung nämlich nicht mehr konkurrieren.
Strompreise durch Förderung überdurchschnittlich belastet
Die hohen Strompreise belasten die Verbraucher umso stärker, je mehr Solaranlagen gebaut werden – trotz der Begrenzung der Solarförderung, die von der Bundesregierung beschlossen wurde. Verbraucherschützer rechnen vor, dass die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom etwa 5,5 Cent kostet. Die Einspeisevergütung für Dachanlagen beträgt aber auch nach der Kürzung noch 24,43 Cent je Kilowattstunde. Bei Windkraftanlagen an Land gibt es hingegen nur 9 Cent Einspeisevergütung. Der Anteil der Förderung für Ökostrom am Strompreis beträgt für die Kunden in diesem Jahr durchschnittlich 3,59 Cent je Kilowattstunde. Für einen Durchschnittskunden bedeutet dies eine Belastung von rund 125 Euro im Jahr (bei 3.500 Kilowattstunden Verbrauch). Folgerichtig verlangt die Verbraucherzentrale Bundesverband eine drastische Kürzung der Solarförderung.