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Gaspreise: Bewegt sich Gazprom bei Ölpreisbindung?

Gaspreise: Bewegt sich Gazprom bei Ölpreisbindung?09.01.2012, 15:56 Uhr

Offenbar gibt es Anzeichen dafür, dass der russische Energieproduzent Gazprom seine Politik hinsichtlich der Gaspreise ändern könnte. Bislang besteht das Unternehmen auf der umstrittenen Kopplung von Gas- und Ölpreis, weswegen für die durch langfristige Verträge gebundenen europäischen Kunden das Gas erheblich teurer ist als für solche Unternehmen, die ihre Gaskontingente am Spotmarkt einkaufen. Besonders die großen deutschen Energieversorger RWE und E.ON haben im vergangenen Jahr erheblich unter dieser Entwicklung gelitten und mussten hohe Verluste im Gasgeschäft hinnehmen, um mit den niedrigeren Gaspreisen der Konkurrenz mithalten zu können.
 

Gasanbieter leiden unter Ölpreisbindung

Für die Gasanbieter E.ON und RWE war 2011 insgesamt ein sehr schlechtes Jahr. Die Energiewende zwang sie dazu, einen Teil ihrer Atomkraftwerke abzuschalten und sich darauf vorzubereiten, auch die restlichen schrittweise vom Netz zu nehmen. Darunter litten vor allem die Aktienwerte der Energieriesen, denn die Anleger hatten sich Ende 2010 noch auf die guten Aussichten verlassen, welche die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke erwarten ließ. Nach der Kehrtwende in der Energiepolitik mussten die Konzerne im Verlauf des Jahres erhebliche Gewinneinbußen melden und kündigten harte Sparmaßnahmen an, die auch den Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen umfassen.
 

Korrigiert Gazprom seine Gaspreise nach unten?

Die Verhandlungen zwischen RWE und Gazprom über eine Änderung der Lieferbedingungen und damit quasi eine Veränderung der Gaspreise waren erst kürzlich ergebnislos beendet worden. Doch nun sorgt in Börsenkreisen ein Bericht der Moskovskiye Novosti für Aufsehen. Demnach hat der russische Konzern offenbar einen Betrag von rund sieben Milliarden US-Dollar in seinem Budget für 2012 vorgemerkt, der für eine mögliche Rückzahlung von Geldern an europäische Kunden vorgesehen sein soll. Falls dies den Tatsachen entspricht, könnte es für RWE und E.ON bedeuten, dass die Gaspreise für sie in der Beschaffung sogar nachträglich sinken könnten. Experten warnen allerdings, dass noch nichts bestätigt ist. Immerhin könnte es sein, dass Gazprom diesen Betrag nur aus reiner Vorsicht reserviert hat, falls es noch zu juristischen Auseinandersetzungen über die Frage der Gaspreise kommt. Ein generelles Einlenken der Russen ist aus dieser Meldung jedenfalls nicht abzuleiten.



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