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Stromanbieter E.ON meldet Massenentlassungen an12.01.2012, 13:15 Uhr
Medienberichten zufolge hat der größte deutsche Energiekonzern E.ON mit der Umsetzung seines geplanten Stellenabbaus begonnen. Wie die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Konzernsprecher meldet, hat der Stromanbieter bei der Arbeitsagentur München zum 30. Juni 2012 die ersten Massenentlassungen angemeldet. Dem E.ON-Sprecher Josef Nelles zufolge sieht der Plan vor, dass die Tochtergesellschaft E.ON Energie AG, die in München beheimatet ist, mehr als 350 Mitarbeiter entlässt. Die Anzeige bei der zuständigen Arbeitsagentur ist demnach aus formalrechtlichen Gründen erforderlich. Wie Nelles laut „Rheinische(r) Post“ betont, sei gleichzeitig eine Initiative gestartet worden, die den betroffenen Mitarbeitern auch ein freiwilliges Ausscheiden ermöglichen soll.
Stromanbieter will 6.000 Stellen in Deutschland streichen
Das Kündigungsschutzgesetz schreibt Unternehmen vor, dass der Abbau von Arbeitsplätzen in größerem Umfang der Arbeitsagentur mit einer schriftlichen Anzeige gemeldet werden muss. Die Gewerkschaften befürchten nun, dass dies nur die erste von vielen weiteren Massenentlassungen beim Stromanbieter E.ON ist. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern angekündigt, insgesamt 11.000 Arbeitsplätze in aller Welt abzubauen, nachdem die Geschäftsergebnisse im Zuge des Atomausstiegs von hohen Verlusten geprägt waren. In Deutschland sollen etwa 6.000 Stellen abgebaut werden. Arbeitnehmervertreter hatten auf eine Garantie von E.ON gehofft, dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Eine solche Zusicherung hat der Stromanbieter aber bislang nicht gegeben, will die Einsparungen nach eigenen Angaben aber so sozialverträglich wie möglich über die Bühne bringen.
Große Stromanbieter planen Sparmaßnahmen
Auch der größte Konkurrent von E.ON, der Stromanbieter RWE, hat einen umfassenden Stellenabbau angekündigt. Allerdings hat RWE betont, dass dabei nur ein geringer Teil auf Entlassungen entfallen soll. Der weitaus größte Teil der Stellen soll über den Verkauf von Unternehmensteilen an andere Firmen aus dem Konzern entfernt werden. Auf diese Weise, so RWE, würde sich für die meisten betroffenen Mitarbeiter lediglich der Arbeitgeber ändern. Die vier großen Energiekonzerne haben nach dem Atomausstieg mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Unter anderem haben sich die Aktienwerte der Unternehmen teilweise drastisch verschlechtert. Allerdings hatten RWE und E.ON schon vor der Entscheidung zur Energiewende umfangreiche Sparmaßnahmen ins Auge gefasst, um beispielsweise die Verwaltung zu verkleinern.